Am Montag teilte das rbb-Format „rbb24“, das über tagesaktuelle Themen aus Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur oder Gesellschaft informiert, ein Video über Urlaubsflüge vom Flughafen Berlin Brandenburg (BER). Weil der Flughafen neue CT-Scanner angeschafft hat und die Sicherheitskontrolle damit schneller wird, sollte laut dem rbb dem „Kahi-Bodrum-Urlaub“ nichts mehr im Weg stehen. Das Problem dabei? „Kahi“ ist eine Verniedlichung des arabischen Wortes „Kahba“, was „Schlampe“ bedeutet, und wird hier für deutsche Urlauberinnen benutzt.

Am BER fliegen Airlines nun häufiger und steuern mehr Ziele regelmäßiger an. Außerdem gibt es neue CT-Geräte, durch die Passagiere ihre Getränke während des Sicherheitschecks nicht aus der Tasche holen müssen. Diese Information teilte der gebührenfinanzierte rbb am Montag in einem Kurzvideo auf der Plattform TikTok. Der rbb verbindet diese positive Entwicklung aber offenbar nur mit einem Gedanken: „Deinem Kahi-Bodrum-Urlaub sollte nichts mehr im Weg stehen“.

Bodrum-Urlauberinnen vom rbb zu „Schlampen“ degradiert

Das Wort „Kahi“ ist eine Verniedlichung des arabischen Wortes „Kahba“, das auf Deutsch „Schlampe“ oder „Prostituierte“ bedeutet. Besonders in der Jugendsprache findet der ausländische Vulgärbegriff in Deutschland immer stärkere Verwendung, vor allem in der Rapmusik. Auf Social Media liest man immer häufiger die verniedlichte Form „Kahi“, wenn Nutzer sich in den Kommentaren über Frauen beschweren oder deren Freizügigkeit kritisieren.Doch was hat das mit Bodrum und dem rbb zu tun? Die türkische Stadt im Südwesten, die direkt gegenüber der griechischen Insel Kos liegt, ist bekannt für exzessive Partys und liberale Urlauber und wird deshalb auch als „St. Tropez der Türkei“ bezeichnet. Klassische islamische Werte oder Kleidervorschriften werden in dem Touristenort also eher nicht gelebt. Auf Instagram zeigen diverse Videos die ausgelassenen, geschlechtergemischten Partys.

Für den rbb scheint damit also klar zu sein: Wer Bodrum besucht, sucht nach einem „Kahi-Urlaub“, also einem „Schlampen-Urlaub“. Dass das nicht der erste Ausrutscher eines öffentlich-rechtlichen Formats wäre, bei dem westliche Frauen herabgewertet werden, zeigen auch diverse andere Beiträge. Bereits 2024 fiel das öffentlich-rechtliche Jugendformat „Funk“ dadurch auf, dass es nicht kopftuchtragende Frauen als „halbnackt“ bezeichnete und als „Alman-Sabines“ beleidigte.

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