Verantwortlich ist die sogenannte F-Gase-Verordnung der Europäischen Union. Sie soll den Einsatz fluorierter Treibhausgase schrittweise reduzieren. Diese klimaschädlichen Stoffe stecken nicht in den Pommes selbst, sondern in vielen älteren Kühl- und Gefrieranlagen, die bislang für die Lagerung von Tiefkühlprodukten verwendet wurden.

EU dreht klimaschädlichen Kältemitteln den Hahn zu

Mit der Verordnung verfolgt die EU das Ziel, den Einsatz teilfluorierter Kohlenwasserstoffe (HFKW) langfristig zu beenden. Die Regelung trat bereits im März 2024 in Kraft und sieht vor, die verfügbaren Mengen dieser Kältemittel bis 2050 schrittweise auf null zu reduzieren.

Seit Anfang 2026 dürfen in neuen Kühlgeräten keine entsprechenden klimaschädlichen Kältemittel mehr verwendet werden. Bestehende Anlagen dürfen nur noch mit recycelten Stoffen nachgefüllt werden. In den kommenden Jahren werden die Vorschriften weiter verschärft.

Die Deutsche Bahn reagiert nun mit einer pragmatischen Lösung: Statt ihre Bordbistros mit neuer Tiefkühltechnik auszurüsten, verzichtet sie weitgehend auf Produkte, die eine durchgehende Tiefkühlkette benötigen. Die Folgen spüren Reisende bereits jetzt. Tiefgekühlte Pommes verschwinden aus dem Sortiment. Auch Eiswürfel könnten künftig zur Mangelware werden. Wer an heißen Sommertagen eine Cola mit Eis bestellen möchte, dürfte im Bordbistro häufig enttäuscht werden.

Die Bahn nutzt die Umstellung zugleich, um ihre Logistik zu vereinfachen. Der Verzicht auf Tiefkühlprodukte reduziert den technischen Aufwand an Bord und spart Wartungskosten.

Supermärkte investieren Millionen

Während die Bahn auf Tiefkühltechnik verzichtet, gehen große Handelsketten einen anderen Weg. Supermärkte und Discounter investieren seit Jahren massiv in moderne Kühlanlagen, die mit klimafreundlicheren Kältemitteln arbeiten.

Viele neu errichtete oder modernisierte Märkte erfüllen die neuen Anforderungen bereits. Anders sieht es laut Branchenvertretern bei kleineren Geschäften, Fleischereien oder älteren Betrieben aus. Dort besteht teilweise noch erheblicher Modernisierungsbedarf.

Die EU-Kommission drängt auf weitere Fortschritte. Alte Anlagen mit besonders klimaschädlichen Kältemitteln sollen nach und nach verschwinden und durch moderne Systeme ersetzt werden.

Als besonders zukunftssicher gelten derzeit Anlagen, die mit Propan arbeiten. Dieses natürliche Kältemittel verursacht deutlich weniger Treibhausgase als bisher verwendete Stoffe.

Allerdings bringt der Umstieg neue Herausforderungen mit sich. Propan ist brennbar, weshalb Kühlanlagen anders konstruiert und gewartet werden müssen. Die Umrüstung ist aufwendig und kostet Unternehmen viel Geld.

Ab 2027 werden zudem strengere Grenzwerte für Wärmepumpen und weitere Kühlsysteme gelten. Die Umstellung auf klimafreundliche Technik dürfte daher in den kommenden Jahren viele Branchen beschäftigen.