Die Betroffene schilderte den Vorfall als zutiefst belastend. Nach eigenen Angaben sei sie am Montagabend gemeinsam mit ihrem Freund unterwegs gewesen, als sie beim Aussteigen aus der U-Bahn von einer unbekannten Frau angesprochen wurde. Die Fremde habe behauptet, ausgelacht worden zu sein. Kurz darauf sei die Situation eskaliert. Die 25-Jährige berichtet, sie sei beschimpft, körperlich attackiert und mehrfach als „scheiß Österreicherin“ bezeichnet worden. Nach dem Vorfall habe sie sich derart verunsichert gefühlt, dass sie am nächsten Tag nicht zur Arbeit gehen konnte und sich krankmelden musste.

Zivilcourage beendet die Eskalation

Laut Schilderung des Opfers griff zunächst niemand aus der Menschenmenge ein. Erst ein bislang unbekannter Mann zeigte Zivilcourage und stellte sich mit seinem Skateboard der Angreiferin entgegen. Er forderte die Frau auf, sofort aufzuhören. Daraufhin verließ die mutmaßliche Täterin den Bereich der Station. Die 25-Jährige erstattete inzwischen Anzeige gegen Unbekannt. Die Ermittlungen der Polizei laufen.

FPÖ sieht zunehmende Unsicherheit

Für die Wiener FPÖ ist der Vorfall ein weiteres Zeichen für eine Verschlechterung der Sicherheitslage in den öffentlichen Verkehrsmitteln. FPÖ-Mobilitätssprecher Klemens Resch erklärte, viele Wiener hätten das Gefühl, dass Gewalt, Aggression und Respektlosigkeit in den Öffis zunehmen würden. Die Sorgen der Bevölkerung würden seiner Ansicht nach von der Stadtpolitik nicht ausreichend ernst genommen.

Forderung nach härteren Maßnahmen

Die Freiheitlichen verlangen nun eine stärkere Polizeipräsenz an bekannten Problemzonen, Schwerpunktaktionen gegen gewaltbereite Gruppen, mehr Videoüberwachung sowie ein konsequenteres Vorgehen gegen Straftäter ohne österreichische Staatsbürgerschaft. Resch fordert zudem, dass ausländische Gewalttäter und straffällige Asylwerber konsequent abgeschoben werden sollen. Zusätzlich kündigte die FPÖ parlamentarische Schritte an. Geplant sind Anfragen an Innenminister Gerhard Karner sowie an die für die Wiener Öffis zuständige Stadträtin Ulli Sima. Dabei soll unter anderem geklärt werden, wie sich die Gewaltkriminalität in den Wiener Verkehrsmitteln entwickelt hat und welche Maßnahmen die Verantwortlichen dagegensetzen. Während die politische Debatte Fahrt aufnimmt, konzentrieren sich die Ermittler weiterhin auf die Ausforschung der mutmaßlichen Angreiferin. Ob und wann die Tatverdächtige identifiziert werden kann, ist derzeit noch offen.