Es war eines dieser Spiele, über die man noch lange spricht. Ägypten führte im WM-Achtelfinale gegen Argentinien mit 2:0. Der Titelverteidiger stand vor dem Aus. Dann drehte Argentinien die Partie. Drei Tore in 13 Minuten. Am Ende 3:2. Argentinien weiter. Ägypten draußen.

Doch aus dem sportlichen Drama wurde binnen Stunden mehr als ein Streit über Video-Schiedsrichter VAR und Schiedsrichter. Ägyptens Trainer Hossam Hassan, Spieler, Funktionäre und Fans machten aus der Niederlage eine Anklage gegen das System. Gegen die FIFA. Gegen den Schiedsrichter. Gegen Star-Kicker Lionel Messi. Gegen Argentinien.

Auf Social Media wurde daraus etwas noch Größeres: ein Kampf um Israel, Palästina, „Zionismus“ und den Westen.

Ein Ägypter auf X gegen Messi: „Warum gab es in der ägyptischen Mannschaft keinen einzigen Mann, der daran gedacht hat, diesen Ungläubigen auszuschalten, ihm das Bein zu brechen oder ihm auf den Kopf zu schlagen, damit er eine Gehirnerschütterung bekommt?“
Ein Ägypter auf X gegen Messi: „Warum gab es in der ägyptischen Mannschaft keinen einzigen Mann, der daran gedacht hat, diesen Ungläubigen auszuschalten, ihm das Bein zu brechen oder ihm auf den Kopf zu schlagen, damit er eine Gehirnerschütterung bekommt?“

Auf dem Platz kippt die Lage

In der Schlussphase kochte die Stimmung sichtbar hoch. Ägyptische Spieler bedrängten den Schiedsrichter, diskutierten heftig und machten ihrem Ärger Luft. Mehrere Gelbe Karten wurden gegen ägyptische Spieler verteilt.

Auch Ägyptens Torwarttrainer Saafan Elsaghir wurde in der dramatischen Schlussphase mit Rot vom Platz gestellt. Das passte ins Bild eines Teams, das nach dem späten Zusammenbruch nicht nur enttäuscht war, sondern die Kontrolle über die eigene Reaktion verlor.

Während Argentinien die Schlussphase drehte, richtete Ägypten den Blick immer stärker auf Letexier, den VAR und angebliche äußere Kräfte.

Hossam Hassan gegen François Letexier: Nach Ägyptens WM-Aus gegen Argentinien eskalierte der Streit um den Schiedsrichter.
Hossam Hassan gegen François Letexier: Nach Ägyptens WM-Aus gegen Argentinien eskalierte der Streit um den Schiedsrichter.

Erst VAR-Frust, dann Verschwörung

Zunächst beschwerte sich Ägypten offiziell bei der FIFA. Trainer Hossam Hassan sprach von unfairer Spielleitung, der Verband kritisierte den Video-Schiedsrichter VAR und forderte laut internationalen Berichten sogar, François Letexier und sein Team für den Rest der WM nicht mehr einzusetzen.

Der sportliche Streit drehte sich vor allem um ein aberkanntes ägyptisches Tor und eine nicht gegebene Elfmeter-Szene bei Mohamed Salah kurz vor Argentiniens Siegtreffer. Darüber kann man diskutieren. Doch das war nur der Ausgangspunkt – harmlos gegen das, was folgte. Nach dem Abpfiff wurde aus VAR-Frust eine umfassende Anklage, die auf Social Media binnen Stunden in einer Israel- und Juden-Verschwörung mündete.

X wird zum zweiten Spielfeld

Während die FIFA die Entscheidungen später verteidigte, lief auf X längst die zweite Halbzeit. Besonders häufig kursierten Aufnahmen von Hossam Hassan. Mehrere Posts zeigen den ägyptischen Trainer nach der Niederlage außer sich: schreiend, gestikulierend, von Mitarbeitern zurückgehalten. Andere Beiträge erinnern an frühere Gewaltvorwürfe gegen Hassan, darunter eine Attacke auf einen Fotografen im Jahr 2016.

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Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren: Dieser Trainer tut sich schwer damit, Niederlagen zu akzeptieren, und fällt durch cholerische Ausbrüche und Schuldzuweisungen aus.

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Hassan spuckt in Richtung Israel-Flagge

Besonders brisant wurde eine Szene nach dem Spiel. Ein argentinischer Fan hielt dem ägyptischen Trainer eine Israel-Flagge entgegen. Hassan spuckte in seine Richtung und rief „F*ck you“. Danach geriet er auch mit einem Pressefotografen aneinander.

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Die Szene passte in eine größere Vorgeschichte. Nach Ägyptens Sieg gegen Australien im Sechzehntelfinale war Hassan mit einer Palästinenserfahne auf den Platz gelaufen. Den Sieg widmete er „unseren Brüdern aus Palästina“. Schon vor dem Argentinien-Spiel hatte Hassan seine Solidarität mit den Palästinensern erneut betont.

Aus sportlicher Rivalität wurde ein Symbolkampf. Die Erzählung lautete nun nicht mehr nur: Ägypten verlor gegen Argentinien. Sondern: Ägypten verlor gegen Messi, gegen Israel-Freunde, gegen „Zionisten“, gegen ein angeblich westlich dominiertes Fußballsystem.

Messi fragt: Was ist mit Ihnen los?

Schon während des Spiels tobte Hassan mehrfach an der Seitenlinie. Medienberichten zufolge mussten ihn eigene Assistenten zeitweise zurückdrängen. Auch Lionel Messi reagierte irritiert.

In Videos aus den sozialen Medien ist zu sehen und zu hören, wie Messi den ägyptischen Trainer sinngemäß fragt, was mit ihm los sei.

Hassan war nach Argentiniens Siegtreffer auch verwarnt worden. Er hatte die Arme vor der Brust gekreuzt – jenes FIFA-Signal, mit dem Spieler und Trainer rassistische Vorfälle anzeigen können. Nach dem Spiel erklärte er diese Geste aber nicht näher.

Stattdessen blieb er bei seiner großen Anklage: unfairer Schiedsrichter, Druck auf den Referee, Argentinien-Bonus, Messi-Interesse, FIFA-System.

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Plötzlich heißt es: Der Schiedsrichter sei Jude

Auf Social Media kippte der Streit endgültig. Aus VAR, Elfmeter und Nachspielzeit wurde eine Erzählung über Israel, Juden und „Zionismus“.

Der englische Wikipedia-Eintrag von François Letexier wurde manipuliert. Die Seite wurde nach dem Achtelfinale so verändert, dass Letexier plötzlich als Jude dargestellt wurde. In der Rubrik „Early life“ hieß es demnach fälschlich, er sei in der Bretagne in eine orthodox-jüdische Familie hineingeboren worden.

Die Falschinformation ging noch weiter: In dem manipulierten Eintrag wurden angebliche Vorfahren und ein Großvater erwähnt, die im Zweiten Weltkrieg im französischen Widerstand gegen die Nationalsozialisten aktiv gewesen sein sollen.

Diese falsche Passage soll von einem in Bangladesch ansässigen User eingefügt wurden sein. Später entfernte dieser Nutzer die Angabe wieder und verwies auf fehlende Belege. Ein weiterer Eintrag stellte Letexier außerdem in den Zusammenhang mit prominenten französischen Juden.

Es war eine Falschinformation. Sie wurde wieder gelöscht. Doch da war es bereits zu spät. Der Screenshot mit der falschen Behauptung ging viral.

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Sogar Grok fiel darauf herein

Der Fall zeigt auch, wie schnell sich eine Lüge im KI-Zeitalter verstärken kann. Laut Jewish Chronicle bestätigte Grok, der in X integrierte KI-Chatbot, die Behauptung über Letexiers angebliche jüdische Herkunft zunächst als Fakt. Erst später korrigierte das System seine Einschätzung.

Damit bekam der Wikipedia-Fake kurzfristig eine zweite Autorität: erst die Online-Enzyklopädie, dann die KI. Eine unbelegte Änderung wird zum Screenshot. Der Screenshot wird viral. Eine KI greift den falschen Stand auf. Und plötzlich wirkt eine erfundene Behauptung wie eine bestätigte Tatsache.

Ein YouTuber ruft „Zionismus“

Besonders aufschlussreich ist die Chronologie. Laut Jewish Chronicle veröffentlichte ein ägyptischer YouTuber mit rund 300.000 Followern am Tag nach dem Spiel ein Video. Darin behauptete er, Ägypten habe gegen den „Zionismus“ verloren.

Als Begründung verwies er auf Argentiniens Präsident Javier Milei und dessen demonstrative Unterstützung für Israel. Daraus konstruierte er die These, innerhalb der FIFA gebe es eine zionistische Verschwörung, um Argentinien im Turnier zu halten.

Das war der entscheidende Schritt: Die sportliche Niederlage wurde nicht nur als Fehlentscheidung gedeutet. Sie wurde politisch und ideologisch umcodiert. Aus Letexier wurde der angebliche Helfer eines pro-israelischen Systems. Aus Argentinien wurde der Vertreter eines westlich-israelischen Blocks. Aus Ägypten wurde das Opfer.

Aus FIFA wird Israel, aus Israel wird Mossad

Noch weiter ging die Verschwörungserzählung in zahlreichen X-Posts. Ein Video zeigt den ägyptischen Analysten Mohammad Nour, der nicht nur FIFA und Schiedsrichter beschuldigt, sondern Israel direkt ins Zentrum stellt.

Argentinien wird darin als pro-israelisches Team gedeutet, Mileis Nähe zu Netanyahu als Beleg für eine größere Agenda.

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Nour sagte sinngemäß: Die Ägypter hätten wie Männer und Helden gespielt, aber „Israel – äh, ich meine FIFA und der Schiedsrichter“ hätten etwas anderes gewollt. Die Verschwörungserzählung nahm nun richtig Fahrt auf: Aus dem sportlichen Gegner wurde ein angeblich übermächtiges System.

Nicht Argentinien habe Ägypten geschlagen, sondern „FIFA und Israel“ hätten Ägypten am Sieg gehindert. Nour bezeichnete Argentinien als „israelisches Team par excellence“. Er zog sogar Netanyahus Sohn Yair in die Erzählung hinein. Der solle angeblich Einfluss auf Lionel Messis Karriere haben. Kurz: Aus der Niederlage wurde ein globales Komplott: FIFA, Israel, Netanyahu, Milei, Messi – alle sollen Teil derselben Geschichte sein.

Netanyahu, Milei, Messi – alle sollen schuld sein

Andere Nutzer griffen dieses Muster auf: Ägypten habe nicht gegen Argentinien verloren, sondern gegen ein angeblich von Israel – das an der WM nicht einmal teilnimmt – gelenktes FIFA-System.

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In sozialen Netzwerken wurde diese Theorie rasch verspottet. Nutzer scherzten sinngemäß, der Mossad habe wohl auch den Ball kontrolliert. Andere kommentierten: Ägypten habe 3:2 verloren, aber die Verschwörung habe 10:0 gewonnen.

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Je weniger sich die sportliche Niederlage erklären lässt, desto größer wird die Verschwörung.

Messi, Klagemauer, Zionismus

Auch alte Bilder von Lionel Messi an der Klagemauer wurden wieder geteilt. Messis Besuch in Jerusalem 2014 wurde von anti-israelischen Accounts in die aktuelle WM-Erzählung eingebaut. In vielen Posts hieß es sinngemäß, Messi sei von Zionisten gekauft oder werde von ihnen geschützt.

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Dabei ist eine erklärte Pro-Israel-Haltung Messis bisher durch nichts belegt. Der Superstar besuchte das Land mehrfach und ließ sich nie von BDS-Boykottkampagnen einschüchtern – zuletzt 2019, als er trotz Raketenalarms in Tel Aviv auflief. Zum Gaza-Konflikt äußerte er sich nur einmal, 2014, und rein humanitär: Kinder würden den Krieg nicht verursachen, aber den höchsten Preis dafür zahlen, schrieb er damals. Auf eine politische Parteinahme verzichtete er eindeutig. Seit 2023 schweigt Messi zum Thema gänzlich.

Auf X erntete Messi dennoch eine Hasswelle antisemitischer und antizionistischer Accounts.

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FIFA von Zionisten dominiert?

Ein Facebook-Account aus einem anti-zionistischen Umfeld schrieb, ein pro-israelischer französischer Schiedsrichter habe Ägypten den Sieg gestohlen und Argentinien geschenkt. Die FIFA werde von Zionisten dominiert.

Der Name der Facebook-Gruppe, aus der dieser Vorwurf stammt, lautet: „Befreien wir Frankreich vom Zionismus“.

Argentiniens Wappen hat jüdische Wurzeln

Zur Ironie dieses Kulturkampfs gehört eine wenig bekannte Geschichte: Das berühmte Wappen auf Argentiniens Trikot wurde in den 1970er Jahren von Norberto „Toto“ Rud entworfen, einem jüdischen Fußballfan aus Buenos Aires, dessen Familie aus der Ukraine nach Argentinien gekommen war.

Rud war Mitglied des jüdischen Sportclubs Club Náutico Hacoaj. Er bemerkte, dass die argentinische Nationalmannschaft im Schwarz-Weiß-Fernsehen schwer von anderen Teams mit gestreiften Trikots zu unterscheiden war. 1976 reichte er beim Verband einen Entwurf ein: einen vertikalen Schild, unten mit Lorbeerzweigen als Zeichen des Sieges.

Heute gehört das Wappen zu den bekanntesten Symbolen des Weltfußballs. In seiner heutigen Form trägt es oben drei Sterne – für Argentiniens drei WM-Titel. Rud erlebte noch die Weltmeisterschaften 1978 und 1986, starb aber 2010 und sah den dritten Titel nicht mehr. Sein Sohn Oliver Rud sagte der Jewish Telegraphic Agency, als Argentinier und Mitglied der jüdischen Gemeinschaft sei dieses Wappen für ihn ein Grund zum Stolz.

Während im Netz ein französischer Schiedsrichter durch eine Wikipedia-Manipulation fälschlich zum Juden gemacht wurde, trägt Argentinien tatsächlich ein Nationalsymbol mit jüdischer Entstehungsgeschichte auf der Brust. Nur sagt das nichts über Schiedsrichterentscheidungen, höchstens sehr viel über die Obsession jener, die hinter jeder Niederlage sofort „Zionisten“ wittern.

Die Hass-Welle trifft Letexier

Für Letexier blieb das nicht folgenlos. Laut Medien-Berichten musste der Schiedsrichter wegen der Hass-Welle sogar seinen Instagram-Account löschen.

Damit bestätigt sich genau das, wovor FIFA-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina später warnte: Wer Schiedsrichter ohne Beweise als Teil einer Verschwörung darstellt, setzt sie einer gefährlichen Dynamik aus. Im Fall Letexier verband sich diese Dynamik mit antisemitischen Codes und Social-Media-Radikalisierung.

Collina widerspricht Ägypten

Messi hatte in der 79. Minute den Anschlusstreffer durch Cristian Romero vorbereitet, Enzo Fernández köpfte in der Nachspielzeit zum 3:2 ein. Zico, dem ein Treffer aberkannt worden war, sagte danach sinngemäß, nach dem 2:0 sei alles gegen Ägypten gelaufen. Genau diese Opfererzählung wurde später im Netz aufgegriffen – und politisch aufgeladen.

Collina nahm Ägyptens Vorwürfen später die Grundlage. Das aberkannte Tor sei korrekt überprüft worden: Wenn im Aufbau eines Treffers ein Foul erkannt werde, dürfe der VAR eingreifen. Im konkreten Fall sei Marwan Attia Argentiniens Lisandro Martínez auf den Fuß gestiegen.

Auch beim Kontakt zwischen Salah und Julián Álvarez vor dem 3:2 sah Collina keinen Elfmeter, sondern normalen Fußballkontakt. Wenn ein Verteidiger zuerst den Ball spiele und danach in einem normalen Bewegungsablauf Kontakt entstehe, sei das nicht automatisch ein Foul.

Kritik an Entscheidungen gehöre zum Fußball, sagte Collina. Doch unbegründete Anschuldigungen gegen die Integrität von Schiedsrichtern hätten keinen Platz. Niemand könne behaupten, FIFA-Schiedsrichter seien von außen beeinflussbar – nicht einmal durch FIFA-Präsident Gianni Infantino.

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Ibrahimović: Ausreden statt Verantwortung

Auch Zlatan Ibrahimović wollte die ägyptischen Vorwürfe nicht gelten lassen. Der frühere schwedische Stürmer sagte im US-Sender Fox Sports: Jedes Mal, wenn Messi gewinnt, redeten Menschen über Verschwörungstheorien. Statt die Niederlage zu akzeptieren, suchten sie nach Ausreden.

Ibrahimović kritisierte besonders Hassans Rolle. Ein Nationaltrainer müsse mit gutem Beispiel vorangehen und Verantwortung übernehmen. Er solle keine Geschichten erfinden, die davon ablenken, was auf dem Platz passiert ist.

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Mamdani springt auf Ägyptens Narrativ auf

Die Debatte erreichte auch die amerikanische Politik. New Yorks sozialistischer Bürgermeister Zohran Mamdani griff die ägyptische Opfererzählung öffentlich auf. Bei einer Rede über ein neues Busprogramm sagte er scherzhaft, New Yorker hätten künftig mehr Zeit – etwa um mit Freunden darüber einig zu sein, dass Ägypten am Vortag „beraubt“ worden sei.

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Für seine Anhänger war es ein lockerer Fußballkommentar. Für seine Kritiker passte der Satz dagegen zu seiner anti-israelischen Politik samt Nähe zur Pro-Palästina-Bewegung.

In Israel feiern sie Messi

So wurde aus Argentinien gegen Ägypten ein Kulturkampf. Wer auf welcher Seite stand, hatte oft weniger mit Fußball als mit Politik zu tun. Auf X verbreiteten sich Videos aus Tel Aviv, in denen israelische Fans Argentiniens Sieg feiern und „Messi“ skandieren. Andere Posts zeigten argentinische Fans mit Israel-Flagge – als direkte Antwort auf Hassans Palästina-Symbolik.

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Gaza fiebert mit Ägypten

Auch im Gazastreifen wurde das Spiel aufmerksam verfolgt. Große Menschenmengen versammelten sich, um Ägypten gegen Argentinien anzufeuern – obwohl Kairo selbst den Grenzübergang nach Gaza seit Jahren streng kontrolliert und größere Ausreisen aus dem Gebiet in der Regel nicht zulässt.

Einige Kommentatoren verwiesen auf die Ironie, dass viele Gazaner ausgerechnet Ägypten zujubelten, obwohl Ägypten Gaza an seiner eigenen Grenze stark abschottet.

Andere nutzten die Aufnahmen für eine weitere Debatte. Sie verwiesen auf die große Zahl junger Männer, die öffentlich zusammenkamen, und stellten dies dem verbreiteten Bild eines vollständig ausgelöschten Gazastreifens entgegen. Ein Kritiker schrieb wörtlich: „Doesn’t look like genocide to me.“

Salah bleibt der Gegenpol

Ein besonders auffälliger Kontrast im ägyptischen Team war Mohamed Salah. Während Mitspieler diskutierten und Hassan tobte, wurde Salah in sozialen Netzwerken als einer der wenigen Ägypter gelobt, die professionell blieben.

Ein Video zeigt ihn dabei, wie er wütende Mitspieler wegzieht und den Schiedsrichtern die Hand gibt.

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Mohamed Salahs sportliches Verhalten fand auf X breite Anerkennung – doch leider droht es unterzugehen angesichts des Lärms der Verschwörungstheoretiker bzw. schlechten Verlierer.

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