Dem Bezirkspolizeikommando Urfahr-Umgebung gelang gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt ein Schlag gegen die organisierte Schlepperkriminalität, berichtet 5min.at.
Nach monatelangen Ermittlungen geriet ein 25-jähriger syrischer Asylberechtigter mit Wohnsitz in Wien ins Visier der Fahnder. Er soll als Finanzverantwortlicher einer rund 30-köpfigen Schlepperorganisation fungiert und die Einnahmen aus illegalen Schleppungen verwaltet sowie weitergeleitet haben.
Geheimes Hawala-System im Fokus
Im Zentrum der Ermittlungen stand das sogenannte Hawala-System – ein informelles Geldtransfersystem, das ohne klassische Banken funktioniert.
Nach Angaben der Behörden konnten die Ermittler in Wien ein mutmaßliches Hawala-Büro ausfindig machen. Das System basiert auf einem Netzwerk von Vermittlern: Geld wird an einem Ort bar eingezahlt, während der Empfänger den entsprechenden Betrag über einen Code an einem anderen Ort – etwa in der Türkei oder Syrien – erhält. Der finanzielle Ausgleich zwischen den Vermittlern erfolgt erst später.
Gerade bei international agierenden kriminellen Netzwerken gilt dieses System als besonders schwer nachzuverfolgen.
Bargeld bei Hausdurchsuchung entdeckt
Im Zuge einer gerichtlich angeordneten Hausdurchsuchung an der Wohnadresse des Verdächtigen in Wien stellten die Ermittler 7.200 Euro Bargeld sicher.
Der 25-Jährige bestritt während des Ermittlungsverfahrens sämtliche Vorwürfe. Das Landesgericht für Strafsachen Wien kam jedoch zu einem anderen Ergebnis.
Am 23. Juni 2026 wurde der Mann wegen Geldwäsche im Zusammenhang mit Schleppertätigkeiten schuldig gesprochen. Das Urteil ist mittlerweile rechtskräftig.
Schlag gegen organisierte Schlepperkriminalität
Mit dem Verfahren sehen die Ermittler einen wichtigen Erfolg im Kampf gegen die organisierte Schlepperei.
Denn neben den eigentlichen Schleusungen rücken zunehmend auch jene Geldströme in den Fokus, über die kriminelle Netzwerke ihre Geschäfte finanzieren und ihre Gewinne über Ländergrenzen hinweg verschieben.

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