Betroffen ist die öffentliche WC-Anlage bei den Dombögen in der Salzburger Altstadt. Dort befinden sich die letzten kostenlosen Pissoirs der Stadt. Im Zuge einer geplanten Sanierung werden diese künftig ebenfalls kostenpflichtig.
Der zuständige Vizebürgermeister Kay-Michael Dankl (KPÖ Plus) erklärte, die unterschiedliche Behandlung von Männern und Frauen sei seit Längerem Gegenstand öffentlicher Diskussionen. Mit der Neuregelung werde diese Ungleichbehandlung beendet, berichtet der Standard.
Einheitlicher Preis von einem Euro
Mit den Umbauarbeiten steigen zugleich auch die Gebühren. Nach einem bereits beschlossenen Gemeinderatsbeschluss kostet die Benützung der öffentlichen Toiletten im Innenstadtbereich künftig einheitlich einen Euro. Der bisherige Preis von 50 Cent wird damit verdoppelt.
Die Umstellung soll bis 2027 abgeschlossen sein. Nach Angaben der Stadt richtet sich die Maßnahme vor allem an die zahlreichen Besucher der Salzburger Altstadt. Tagestouristen sollen künftig stärker zur Finanzierung der öffentlichen Infrastruktur beitragen.
Außerhalb der Altstadt bleibt die Benützung der öffentlichen Toiletten laut Stadt weiterhin kostenlos.
Debatte um Gleichbehandlung
Die Diskussion über unterschiedliche WC-Gebühren beschäftigt Österreich bereits seit Jahren. Kritiker bemängeln, dass Frauen häufig für öffentliche Toiletten bezahlen müssen, während Männer Pissoirs vielerorts kostenlos nutzen können.
Auch die Volksanwaltschaft hatte diese Praxis bereits kritisiert und betont, dass Gleichbehandlung bei der Nutzung öffentlicher Sanitäranlagen kein Luxus, sondern eine Frage der Fairness sei.
Zuletzt hatte zudem eine Frau angekündigt, rechtlich gegen die unterschiedlichen Gebührenmodelle vorzugehen. Mit der neuen Regelung zieht Salzburg nun Konsequenzen und schafft die letzten kostenlosen Pissoirs im Innenstadtbereich ab.

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