Hintergrund ist die neue EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR). Sie ist bereits in Kraft, wird aber ab dem 12. August 2026 allgemein anwendbar. Ziel ist es, Verpackungsmüll zu reduzieren, Recycling zu fördern und den Einsatz von Einwegkunststoffen deutlich einzuschränken. Besonders im Fokus stehen Verpackungen, die nur wenige Sekunden genutzt werden und anschließend im Müll landen, berichtet oe24.
Ketchup, Mayo und Zucker betroffen
Zu den Verpackungen, die künftig schrittweise verschwinden sollen, zählen einzelne Portionspackungen für Saucen und Gewürze. Betroffen sind unter anderem Ketchup, Mayonnaise, Senf, Zucker und Kaffeesahne, die Gästen beim Verzehr vor Ort angeboten werden. Die EU stuft diese Einwegverpackungen als besonders problematisch ein, da sie oft schwer recycelbar sind und unnötig viel Abfall verursachen. Das eigentliche Verbot für diese Einweg-Portionspackungen beim Konsum in Restaurants, Cafés und Hotels greift allerdings erst ab dem Jahr 2030.
Ausnahmen für Speisen zum Mitnehmen
Ganz verschwinden werden die kleinen Packungen jedoch nicht. Für Take-away-Angebote und Speisen zum Mitnehmen gelten Ausnahmen. Wer sich Essen abholt, einen Kaffee unterwegs kauft oder den Drive-in nutzt, kann auch künftig Portionspackungen erhalten. Ebenso sind Ausnahmen für Einrichtungen wie Krankenhäuser oder Pflegeheime vorgesehen, wo hygienische Anforderungen eine besondere Rolle spielen.
Gastronomie muss umdenken
Für die Gastronomie bedeutet die Regelung einen tiefgreifenden Wandel. Statt einzelner Kunststoffsäckchen sollen künftig Mehrweg- und Nachfüllsysteme eingesetzt werden. Denkbar sind größere Spender für Ketchup und Senf, wiederverwendbare Schälchen für Saucen oder kleine Kännchen für Kaffeesahne. In vielen Hotels und Frühstücksbuffets werden solche Lösungen bereits erfolgreich eingesetzt. Die Maßnahme ist Teil einer umfassenden Strategie gegen Verpackungsmüll. Die EU will die Menge an Verpackungsabfällen pro Kopf in den kommenden Jahren deutlich senken und erreichen, dass sämtliche Verpackungen bis 2030 wirtschaftlich recycelbar sind. Gleichzeitig sollen Wiederverwendung und Nachfüllsysteme stärker gefördert werden. Für Verbraucher bedeutet das: Die berühmte „Ketchup-Reserve“ in der Kühlschranktür könnte in einigen Jahren deutlich kleiner ausfallen.

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