Laut der Erhebung bewerten 44 Prozent der befragten muslimischen US-Bürger die Hamas positiv. Zum Vergleich: Unter Katholiken liegt dieser Wert bei acht Prozent, unter weißen evangelikalen Protestanten bei nur vier Prozent und unter schwarzen Protestanten bei 17 Prozent.
Auch beim Blick auf Israel zeigen sich deutliche Unterschiede, berichtet die New York Post. Nur 26 Prozent der muslimischen Befragten äußerten eine positive Meinung über das israelische Volk. Bei weißen evangelikalen Protestanten sind es dagegen 74 Prozent, bei Katholiken 51 Prozent und bei schwarzen Protestanten 55 Prozent.
Heftige Reaktionen selbst aus muslimischen Kreisen
Die Umfrage löste auch unter Muslimen selbst scharfe Kritik aus. Der britisch-palästinensische Autor John Aziz zeigte sich entsetzt. Viele Hamas-Sympathisanten hätten nie selbst unter der Herrschaft der Terrororganisation leben müssen, erklärte er in den sozialen Medien.
Der Nahost-Experte Hussain Abdul-Hussain zog Parallelen zu Meinungsumfragen unter Palästinensern und stellte die Frage, wie ein dauerhafter Frieden möglich sein soll, wenn große Teile der Bevölkerung Israel ablehnen.
Andere Stimmen mahnten jedoch zur Differenzierung. Manche Muslime würden die Hamas zwar als Widerstandsbewegung gegen Israel betrachten, lehnten deren Gewalt und Terrorakte aber gleichzeitig entschieden ab.
Junge Amerikaner wenden sich von Israel ab
Besonders auffällig ist der Generationenwechsel. Vor allem junge Amerikaner stehen den Palästinensern deutlich positiver gegenüber als Israel.
58 Prozent der unter 30-Jährigen bewerten die Palästinenser positiv – nur 32 Prozent haben eine positive Meinung über Israelis.
Bei jungen Demokraten fällt der Unterschied noch drastischer aus: 72 Prozent sympathisieren mit den Palästinensern, lediglich 26 Prozent bewerten Israelis positiv.
Selbst unter jungen Republikanern ist die Unterstützung für Israel spürbar zurückgegangen. Dort liegen Israelis und Palästinenser mittlerweile nahezu gleichauf.
Evangelikale bleiben Israels stärkste Verbündete
Die größten Unterstützer Israels bleiben weiterhin weiße evangelikale Christen sowie jüdische Amerikaner. Weiße Evangelikale sind sogar die einzige größere religiöse Gruppe, in der eine Mehrheit auch die israelische Regierung positiv bewertet.
Für die Untersuchung befragte das Pew Research Center zwischen dem 4. und 17. Mai insgesamt 12.574 Erwachsene in den Vereinigten Staaten.
Die Ergebnisse verdeutlichen, wie stark sich die amerikanische Gesellschaft beim Nahostkonflikt auseinanderentwickelt hat. Während Israels Rückhalt insbesondere unter jungen Menschen schwindet, sorgen die hohen Sympathiewerte für die Hamas bei einem Teil der muslimischen Befragten nun für eine neue politische Debatte weit über die USA hinaus.

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