Paris Saint-Germain hat erneut die Champions League gewonnen. Im Finale in Budapest setzte sich PSG gegen Arsenal durch. Für den Klub war es ein historischer Triumph.

Doch in Frankreich kippte die Freude vielerorts in Gewalt. In Paris und anderen Städten kam es zu Ausschreitungen, Bränden, Plünderungen und Angriffen auf Polizisten. Was als Fußballfest begann, wurde zur Gewalt-Nacht.

Neue Bilanz: mehr als 890 Festnahmen

Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez legte am Montag neue Zahlen vor. Demnach wurden in Frankreich mehr als 890 Menschen festgenommen. Das sei ein Anstieg von mehr als 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 178 (!) Polizisten und Gendarmen wurden verletzt.

Nuñez verteidigte den Polizeieinsatz. Man habe gewusst, dass es nach einem PSG-Sieg zu Gewalt kommen könne. Deshalb sei ein außergewöhnliches Sicherheitsaufgebot vorbereitet worden. Trotzdem gerieten Teile der Nacht außer Kontrolle.

Plünderungen in 15 Städten

Französische Behörden und Medien berichten selbst von schweren Delikten. Genannt werden Angriffe auf Amtsträger, Sachbeschädigungen, Diebstähle, illegaler Waffenbesitz, Gruppenbildungen zur Begehung von Straftaten und Ansammlungen trotz Auflösungsaufforderung.

Nuñez sprach zudem von Plünderungen in 15 Städten. Auch der verstärkte Einsatz von Feuerwerksmörsern gegen Einsatzkräfte wurde ausdrücklich erwähnt.

Videos zeigen brennende Straßen

Während die Behörden Zahlen veröffentlichen, gehen auf X die Bilder viral.

Mehrere Videos zeigen brennende Fahrzeuge, dichte Rauchwolken, chaotische Menschenmengen und Polizeieinsätze mit Tränengas. Andere Clips sollen Plünderungen, zerstörte Geschäfte und Angriffe auf Autos zeigen. Viele werden von politischen Accounts, Aktivisten oder anonymen Nutzern verbreitet.

Von „Bürgerkrieg“, „Invasion“, „Übernahme“ und „Barbaren“ ist die Rede. Manche Accounts verbinden die Ausschreitungen direkt mit Migration, Banlieues und Kontrollverlust. Manche Clips werden millionenfach angesehen.

Das heizt die Stimmung natürlich auf: Nicht jeder einzelne Clip lässt sich sofort unabhängig verifizieren. Nicht in jedem Fall können Echtheit und Kontext überprüft werden. Sie passen allerdings zum offiziellen Lagebild: Es ging nicht nur um ein paar übermütige Fans. Es ging um Gewalt, Brände, Plünderungen und Angriffe auf die Polizei. Dieses Gesamtbild wird durch die offiziellen Zahlen und Medienberichte gestützt.

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Die Vorgänge in Paris und anderen Städten sind auf jeden Fall ein Politikum und werfen vor allem eine zentrale Frage auf: Warum reichen große Feiern in Frankreich immer wieder aus, damit ganze Straßenzüge in Gewalt kippen?