Es war der 4. Juli, der Unabhängigkeitstag der USA, als es für die Passagiere von Delta-Flug 1076 kurz brenzlig wurde. Die Maschine, ein Airbus A319, war von Atlanta aus gestartet und befand sich gegen 20:30 Uhr Ortszeit im Endanflug auf den Chicago Midway International Airport. In einer Höhe von nur rund 60 bis 75 Metern über dem Boden traf plötzlich ein Feuerwerkskörper das Flugzeug.
"Big Bang" im Cockpit
Wie aus mitgeschnittenem Funkverkehr zwischen Cockpit und Tower hervorgeht, meldete die Besatzung sofort einen lauten Knall und den Verdacht, von einer Feuerwerksrakete getroffen worden zu sein. Der Fluglotse wiederum hatte die Piloten offenbar bereits zuvor gewarnt: In der Nähe der Anflugschneise hätten mehrere Anwohner Feuerwerkskörper gezündet, hieß es. Kurz nach dem Vorfall bei Delta-Flug 1076 soll ein Fluglotse einen nachfolgenden Southwest-Flug im Anflug scherzhaft-alarmiert mit den Worten “Willkommen in der Kriegszone” empfangen haben.
An Bord des Delta-Jets befanden sich 52 Passagiere sowie sechs Besatzungsmitglieder. Verletzt wurde niemand. Die Landung selbst verlief ohne weitere Komplikationen, die Maschine rollte aus eigener Kraft zum Gate.
Widersprüchliche Angaben zum Schaden
Uneinig sind sich die Quellen darüber, ob der Airbus tatsächlich beschädigt wurde. Delta selbst erklärte, eine Inspektion nach der Landung habe keinerlei Schäden am Flugzeug ergeben. Die Chicagoer Polizei hingegen sprach von einem kleineren Lackschaden. Laut US-Medienberichten wurde die Maschine vorsorglich für eine ausführliche technische Kontrolle aus dem Flugbetrieb genommen.
Die US-Luftfahrtbehörde FAA bestätigte den Vorfall und leitete eine Untersuchung ein. Ob am selben Abend auch andere Flugzeuge von Feuerwerkskörpern getroffen wurden, ist bislang nicht geklärt.
Anwohner berichten von Dauerfeuerwerk
Der Flughafen Midway liegt inmitten dicht besiedelter Wohngebiete im Süden Chicagos. Anwohner in Flughafennähe schilderten gegenüber lokalen Medien, dass am Abend des 4. Juli praktisch pausenlos Feuerwerkskörper gezündet worden seien. Experten wiesen zudem darauf hin, dass ein solcher Zwischenfall äußerst selten ist: Während kleinere, private Feuerwerkskörper üblicherweise Höhen zwischen 15 und 60 Metern erreichen, könnten professionelle Feuerwerke bis zu rund 360 Meter hochsteigen – in beiden Fällen theoretisch eine Gefahr für tief fliegende Flugzeuge im Landeanflug.
Ob rechtliche Konsequenzen für die Verantwortlichen folgen, ist noch offen. Die Ermittlungen der FAA sollen unter anderem klären, ob gegen Luftfahrtvorschriften verstoßen wurde und ob strengere Sicherheitsmaßnahmen rund um Anflugschneisen bei künftigen Feierlichkeiten notwendig sind.

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