Die Tat löste landesweit Bestürzung aus. Kanadische Behörden sprachen von einem außergewöhnlich schweren Gewaltverbrechen. Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gebe es derzeit nicht.
Polizei gerät unter Beschuss
Ausgelöst wurde der Großeinsatz durch einen Notruf eines Zeugen. Als die ersten Polizeikräfte am Einsatzort eintrafen, sollen sie laut Behörden unmittelbar unter Beschuss geraten sein.
Daraufhin wurden Spezialkräfte, gepanzerte Fahrzeuge und schwer bewaffnete Polizeieinheiten angefordert. In sozialen Netzwerken kursierten kurz darauf zahlreiche Videos vom Einsatz. Auf den Aufnahmen sind Schüsse, Sirenen und die Reaktionen geschockter Augenzeugen zu hören.
Verdacht auf Verbindung zur Incel-Bewegung
Nach Medienberichten könnte der mutmaßliche Täter der sogenannten Incel-Bewegung nahegestanden haben. Demnach soll er ein Manifest hinterlassen haben, das frauenfeindliche Inhalte und typische Narrative dieser Online-Subkultur enthalten habe.
Die Sicherheitsbehörden bestätigten entsprechende Berichte bislang nicht. Die Ermittlungen zur Motivation des Angreifers laufen weiterhin.
Die Incel-Bewegung („Involuntary Celibates“) gilt als lose organisierte Online-Community, in der teilweise extrem frauenfeindliche und antifeministische Ansichten verbreitet werden. In der Vergangenheit wurden mehrere Gewalttaten mit Anhängern dieser Ideologie in Verbindung gebracht.
Polizeichef spricht von „Albtraum“
Montreals Polizeichef Fady Dagher erklärte wenige Stunden nach dem Vorfall, der Hauptverdächtige sei „neutralisiert“ worden. Für die Bevölkerung bestehe keine unmittelbare Gefahr mehr.
Gleichzeitig sprach er den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus. „Das ist eine Tragödie. Das ist ein Albtraum“, sagte Dagher bei einer Pressekonferenz.
Der Schusswechsel ereignete sich im überwiegend jüdisch geprägten Viertel Côte-des-Neiges. Die Ermittler sichern weiterhin Spuren und werten Beweismaterial aus. Bei der verwendeten Waffe soll es sich ersten Informationen zufolge um ein halbautomatisches Gewehr beziehungsweise einen Karabiner gehandelt haben. Die genauen Hintergründe der Tat sowie die Motivation des Angreifers sind Gegenstand laufender Ermittlungen.

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