Eltern sprechen von unzumutbaren Zuständen, während Kinder und Lehrer Tag für Tag in den überhitzten Klassen ausharren müssen. Der Grund für die Hitzebelastung soll laut Betroffenen vor allem in der Bauweise des neuen Schultrakts liegen. Die Fenster befinden sich nur auf einer Seite der Räume, wodurch keine Querlüftung möglich ist. Gleichzeitig scheint die Sonne stundenlang direkt auf die Fassade. Erschwerend kommt hinzu, dass wegen einer angrenzenden Baustelle Fenster oft geschlossen bleiben müssen, um Lärm und Staub fernzuhalten.
Heizung lief angeblich monatelang
Für zusätzliche Empörung sorgte der Umstand, dass im Turnsaal trotz hoher Temperaturen über Wochen weiter geheizt worden sein soll, schreibt die Krone. Erst nach Medienanfragen wurde die Heizung offenbar abgeschaltet.
Eltern wollten Klimaanlage zahlen - abgelehnt!
Die Eltern dokumentierten die Probleme über Monate hinweg mit Temperaturmessungen, E-Mails und Beschwerden an die Bildungsdirektion sowie die Volksanwaltschaft. Doch statt einer baulichen Lösung oder einer Klimaanlage gab es bislang lediglich den Hinweis, Fenster über Nacht gekippt zu lassen. Sogar das Angebot der Eltern, eine Klimaanlage auf eigene Kosten finanzieren zu wollen, wurde abgelehnt. Nach Angaben der Eltern liegt die Temperatur in den Klassenräumen regelmäßig zwei bis drei Grad über der Außentemperatur – bei aktuellen Hitzewellen bedeutet das Temperaturen weit jenseits der 30-Grad-Marke.
Maulkorb für Lehrer?
Nicht nur die Schüler leiden unter der Hitze. Laut Eltern berichten auch Lehrkräfte von Kreislaufproblemen und gesundheitlichen Beschwerden. Besonders brisant sind Vorwürfe, wonach Lehrer angehalten worden sein sollen, sich öffentlich nicht zu den Zuständen zu äußern oder Beschwerden der Eltern aktiv zu unterstützen. Von einem regelrechten „Maulkorb“ ist die Rede.
Volksanwalt schaltete sich ein
Mittlerweile hat sich auch die Volksanwaltschaft eingeschaltet. Volksanwalt Christoph Luisser hat ein Prüfverfahren eingeleitet und von der Stadt Wien eine Stellungnahme eingefordert. Die zuständige Magistratsabteilung prüft derzeit mögliche Maßnahmen wie UV-Schutzfolien oder weitere bauliche Anpassungen. Für viele Eltern kommt das jedoch viel zu spät. Sie fordern rasche Lösungen, damit die Schule nicht länger zur Hitzefalle für Kinder und Lehrer wird.

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