Neue Kontrollen beim Einlass

Neben den unterschiedlichen Eintrittspreisen wurden weitere Zugangsvoraussetzungen eingeführt. Personen ohne Wohnsitz in Pruntrut und ohne Aufenthalts-, Arbeits- oder Niederlassungsbewilligung müssen ihre Tickets verpflichtend online erwerben. Zusätzlich müssen Besucher ohne anerkannte Touristenkarte beim Einlass einen gültigen Ausweis vorlegen. Wer die geforderten Nachweise nicht erbringen kann, muss damit rechnen, abgewiesen zu werden.

Gemeinde verteidigt die Maßnahmen

Gemeindepräsident Philippe Eggertswyler weist den Vorwurf der Diskriminierung zurück. Nach seinen Angaben gehe es nicht darum, Menschen aufgrund ihrer Herkunft unterschiedlich zu behandeln. Ziel sei vielmehr, die Sicherheit und Ruhe im Freibad zu gewährleisten.

Vorgeschichte sorgte europaweit für Schlagzeilen

Bereits im Sommer 2025 hatte die Gemeinde für heftige Diskussionen gesorgt. Damals wurden ausländische Besucher zeitweise vollständig vom Freibad ausgeschlossen. Hintergrund waren laut Behörden wiederholte Zwischenfälle mit Gruppen junger Männer aus dem benachbarten Frankreich. Dabei soll es zu Belästigungen von Frauen sowie Angriffen auf Sicherheitsmitarbeiter gekommen sein.

Kritik von Politik und Antirassismus-Kommission

Das damalige Verbot löste weit über die Schweizer Grenzen hinaus Kritik aus. Die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus bezeichnete die Maßnahme als problematisch. Politiker aus linken Parteien sprachen offen von Diskriminierung und warfen der Gemeinde rassistische Tendenzen vor. Mit den neuen Eintrittsregeln ist das generelle Verbot zwar Geschichte, die Diskussion dürfte jedoch nicht verstummen. Während Befürworter die Maßnahmen als notwendigen Beitrag zur Sicherheit sehen, kritisieren Gegner die unterschiedliche Behandlung von Einheimischen und auswärtigen Besuchern. Das Freibad von Pruntrut bleibt damit ein politisch und gesellschaftlich umstrittenes Thema.