Anfang Juli starteten die beiden erfahrenen Wanderer zu einer mehrtägigen Tour rund um die Padua-Hütte. Auf dem anspruchsvollen Marini-Steig verloren sie jedoch in dichtem Kiefernwald die Orientierung, berichtet die Kronen Zeitung.

Angesichts steiler Felsabbrüche und tiefer Schluchten entschieden sie sich bewusst dagegen, weiterzugehen. Stattdessen hofften sie an einem geschützten Ort auf ihre Rettung – eine Entscheidung, die ihnen vermutlich das Leben rettete.

Improvisierter Unterschlupf in der Wildnis

Mit Kiefernästen errichteten sie einen einfachen Unterstand, um sich vor Regen und Kälte zu schützen. Besonders kritisch waren die ersten Stunden nach dem Verirren.

„Bis dahin hatten wir unseren eigenen Urin getrunken, um nicht zu verdursten“, schilderte Davide später der italienischen Zeitung Il Resto del Carlino. Erst später entdeckte das Paar einen kleinen Gebirgsbach, der fortan ihre Wasserversorgung sicherte. Von den letzten Vorräten und wilden Beeren mussten sie sich ernähren. Währenddessen suchten Hunderte Einsatzkräfte nach den Vermissten. Bergrettung, Feuerwehr, Finanzpolizei, Suchhunde und Hubschrauber durchkämmten tagelang das schwer zugängliche Gebiet.

Doch weil die Mobiltelefone keinen Empfang hatten und schließlich auch die Akkus leer waren, konnten Davide und Chiara keinen Notruf absetzen.

Rettung in letzter Sekunde

Am sechsten Tag hörte Davide erneut das Geräusch eines Rettungshubschraubers. Er lief zu einer nahegelegenen Schlucht, von der er wusste, dass sie aus der Luft besser sichtbar war.

Sein Plan ging auf: Die Crew entdeckte ihn aus der Luft und fand kurz darauf auch seine Frau. Beide wurden mit dem Hubschrauber in Sicherheit gebracht.

Zwar waren sie stark dehydriert und körperlich erschöpft, ernsthafte Verletzungen hatten sie jedoch nicht erlitten.

Nach Einschätzung der italienischen Bergrettung handelte das Ehepaar in der Extremsituation richtig. Statt orientierungslos weiterzulaufen und sich noch tiefer in unwegsames Gelände zu begeben, blieb es an einem geschützten Ort und wartete auf Hilfe.

Diese Entscheidung dürfte letztlich den entscheidenden Unterschied gemacht und den beiden das Leben gerettet haben.