Auf seiner Plattform Truth Social warf Trump Meloni vor, nach dem militärischen Erfolg der USA gegen den Iran wieder verstärkt die Nähe zu Washington suchen zu wollen. Als Motiv nannte er ihre angeblich sinkenden Zustimmungswerte in Italien.
„Nein, danke“, schrieb Trump und ließ damit keinen Zweifel an seiner Haltung gegenüber der italienischen Regierungschefin.
Zudem behauptete der US-Präsident, Meloni habe ihn beim G7-Gipfel mehrfach um gemeinsame Fotos gebeten. Darüber hinaus kritisierte er die italienische Regierung dafür, den Vereinigten Staaten im Konflikt mit dem Iran die Nutzung italienischer Militärbasen und Flughäfen verweigert zu haben. Dies habe laut Trump erhebliche logistische Probleme verursacht.
Meloni weist Vorwürfe zurück
Die italienische Ministerpräsidentin reagierte mit einem Statement auf Instagram. Darin bezeichnete sie die wiederholten Angriffe Trumps als „sinnlos“ und wies die Vorwürfe entschieden zurück.
„Diese ständigen, unprovozierten Angriffe sind sinnlos“, erklärte Meloni. Sie betonte zudem, dass ihre politische Beliebtheit nicht von ihrer Beziehung zu Trump abhänge, sondern davon, wie konsequent sie die Interessen Italiens vertrete.
„In jedem Fall geht Sie meine Beliebtheit nichts an“, schrieb Meloni in Richtung des US-Präsidenten. „Ich schlage vor, Sie konzentrieren sich auf Ihre eigene.“
Streit um Militärbasen
Auch die Kritik an der Nutzung italienischer Militärstützpunkte ließ die Regierungschefin nicht unbeantwortet. Italien habe sich stets an die bestehenden Vereinbarungen mit den Vereinigten Staaten gehalten, erklärte sie.
Damit widersprach sie direkt Trumps Darstellung, wonach Rom die amerikanischen Militäraktionen behindert habe. Auslöser der jüngsten Spannungen waren Aussagen Trumps in einem Interview mit dem italienischen Fernsehsender La7. Dort hatte er behauptet, Meloni habe ihn beim G7-Gipfel um ein gemeinsames Foto „angefleht“.
Die Ministerpräsidentin bezeichnete diese Darstellung als frei erfunden. Der Vorfall sorgte in Italien für erhebliche politische Reaktionen. Außenminister Antonio Tajani sagte daraufhin einen geplanten USA-Besuch ab. Mehrere italienische Medien kritisierten Trump scharf und sprachen von einer unnötigen Belastung der traditionell engen Beziehungen zwischen beiden Ländern. Der öffentliche Schlagabtausch zeigt, wie angespannt das Verhältnis zwischen Trump und Meloni mittlerweile geworden ist. Noch vor wenigen Jahren galten beide Politiker als ideologisch nahe Verbündete innerhalb des konservativen Lagers.
Ob die jüngsten gegenseitigen Vorwürfe langfristige Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen Washington und Rom haben werden, bleibt abzuwarten. Der Ton zwischen beiden Regierungschefs ist jedenfalls deutlich rauer geworden.

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