Die „Globale Sumud-Flottille“ wollte mit humanitären Hilfsgütern ein Zeichen setzen, doch nun überschattet ein Sexskandal die Mission. Berichte über sexuelles Fehlverhalten, interne Spannungen und persönliche Verstrickungen setzen die Beteiligten massiv unter Druck. Auch Greta Thunberg rückt dadurch verstärkt in den Fokus.
Vorwürfe innerhalb der Mission sorgen für Unruhe
Laut einem Bericht der New York Post soll es während einer Fahrt der Gaza-Hilfsflotte zu Spannungen und Kontroversen gekommen sein. Im Raum stehen Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens innerhalb der Crew.
Zu den Beteiligten zählen demnach auch die Klimaaktivistin Greta Thunberg und der Fotograf Chris Kebbon. Die 23-jährige Klimaaktivistin soll sich Kebbon im Rahmen gemeinsamer Einsätze angenähert haben. Seit einer Gaza-Reise im Oktober, bei der Thunberg kurzzeitig in Israel festgenommen worden war, wurden beide mehrfach gemeinsam gesehen.
Veröffentlichte Bilder zeigen die beiden in vertrauter Situation: Kebbon hält einen Hund mit Kufiya im Arm, während Thunberg sich an ihn lehnt. Kebbon lebt in Stockholm und engagiert sich ebenfalls in sozialen und klimapolitischen Bewegungen.
Schwere Anschuldigungen gegen Aktivisten
Die Lage erhält durch Vorwürfe gegen den brasilianischen Aktivisten Thiago Ávila zusätzliche Brisanz. Die palästinensische Gruppe „Herz von Falastin“ erklärte, ein Mitglied des Führungsgremiums habe während der Mission intime Beziehungen zu mehreren Aktivistinnen unterhalten.
In einer Stellungnahme wird dies als schwerwiegender Verstoß gegen ethische Grundsätze und Machtverhältnisse bewertet, insbesondere im Rahmen einer humanitären Mission.
Ávila weist die Anschuldigungen entschieden zurück. In einem auf Instagram veröffentlichten Video sprach er von einer gezielten Kampagne und bezeichnete die Vorwürfe als „frei erfunden“ sowie die genannten Personen als „Genossen“.
Thunberg zieht sich zurück – Kritik wächst
Bereits im September hatte sich Greta Thunberg aus einer Führungsrolle innerhalb der Flottille zurückgezogen. Als Grund wurden interne Differenzen genannt, die aus ihrer Sicht den Fokus der Mission beeinträchtigten.
An der jüngsten Fahrt der Flottille nahmen weder Thunberg noch Kebbon teil. Beide hielten sich stattdessen in Europa auf. Während Thunberg an einem Dokumentarfilmprojekt arbeitet, äußerte sich Kebbon in den sozialen Medien kritisch zur Mission.
Die „Globale Sumud-Flottille“, die Mitte April erneut Richtung Nahost aufgebrochen ist, verfolgt weiterhin das Ziel, Lebensmittel und medizinische Hilfsgüter nach Gaza zu bringen. Gleichzeitig werden die kritischen Stimmen lauter – sowohl hinsichtlich der Wirksamkeit als auch der Zielsetzung solcher Aktionen.

Kommentare
Lädt Kommentare...