Ein Facebook-Posting eines empörten Vaters brachte einen Fall ans Licht, der derzeit für große Empörung sorgt – wie der Kurier berichtet. Ein Freizeitpädagoge in einer Nachmittagsbetreuung in St. Pölten soll Kinder mit Schnüren als „Hundeleinen” geführt, sie angehalten haben so zu tun als würden sie „wie Hunde” urinieren oder Kot absetzen – und müde Kinder soll er mit den Leinen kurzerhand über den Boden gezogen haben. Dazu soll er Kinder an Beinen, Zehen und Brust gestreichelt und als „braves Hündchen” bezeichnet haben. Die Staatsanwaltschaft St. Pölten hat bereits eine Anzeige gesichtet – von einem Ermittlungsverfahren wurde laut Behördensprecher Thomas Korntheuer aber abgesehen.
„Familien fühlen sich alleingelassen"
Laut dem Vater, dessen Posting die Causa ins Rollen brachte, hätten sich mehrere betroffene Familien bereits zuvor an schulische Stellen gewandt – ohne Erfolg. „Mehrere Familien fühlen sich alleingelassen, obwohl sie sich an schulische Stellen gewandt haben, um Kinder zu schützen”, schreibt er. Erst nachdem sich Betroffene an die Öffentlichkeit wandten, kam Bewegung in die Sache.
Die Bildungsdirektion Niederösterreich betont gegenüber dem Kurier, dass der Pädagoge für die Stadt St. Pölten tätig gewesen sei – an den Schulen der Bildungsdirektion werde er aber nicht mehr eingesetzt: „Klar ist, dass er bei uns an den Schulen nicht mehr zum Einsatz kommen wird.”
Behörden reagieren – aber spät
Die Stadt St. Pölten gibt an, erst am 8. Mai offiziell über die Vorwürfe informiert worden zu sein – obwohl ein erstes Gespräch mit der zuständigen Direktorin bereits am 5. Mai stattgefunden haben soll. Erst nach dieser internen Meldung seien „proaktiv” Erhebungen eingeleitet worden, die Ergebnisse an die Bildungsdirektion weitergeleitet und die städtische Kinder- und Jugendhilfe informiert worden.
Wie der Kurier berichtet, laufen die Erhebungen derzeit in Abstimmung mit der Bildungsdirektion weiter – die „entsprechend notwendigen Schritte” seien eingeleitet worden. Was das konkret bedeutet und welche Konsequenzen der Pädagoge zu erwarten hat, blieb vorerst offen.

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