Die Lage rund um das Suchthilfezentrum Jedmayer sorgt seit Jahren für Beschwerden von Anrainern. Trotz Schutzzone und verstärkter Polizeipräsenz berichten Bewohner weiterhin von offenem Drogenkonsum, herumliegenden Spritzen und einem wachsenden Unsicherheitsgefühl im Umfeld der Einrichtung.

Nun zeigen aktuelle Zahlen aus dem im Mai 2026 veröffentlichten Tätigkeitsbericht der Suchthilfe Wien das Ausmaß der Konzentration am Standort Gumpendorfer Straße: Dem Bericht zufolge wurden am Suchthilfezentrum Jedmayer im Jahr 2025 knapp 180.000 Spritzentauschkontakte verzeichnet. Das entspricht 82 Prozent aller Spritzentauschkontakte in Wien.

Politischer Unwille?

Für die ÖVP-Bezirkspolitikerin Martina Hammerer sind diese Zahlen ein Beleg dafür, dass die Wiener Drogenpolitik dringend reformiert werden müsse.

„Laut SPÖ-Lochner gibt es in Wien 45 Drogenberatungseinrichtungen. Warum werden die Drogenkranken dann nicht endlich auf diese Einrichtungen aufgeteilt? Das Jedmayer ist zu einer zentralen Massenabfertigung drogenkranker Menschen geworden. Das ist sozial- und sicherheitspolitisch einfach nicht vertretbar – weder den Suchtkranken noch den Anrainern“.

Die Bezirkspolitikerin sieht die derzeitige Schutzzone zwar als Entlastung für die Bewohner, hält sie jedoch nicht für eine nachhaltige Lösung:

„Die polizeiliche Schutzzone ist zeitlich kurzfristig für den Schutz der Anrainer bestimmt. Was fehlt, ist eine langfristige Lösung des Drogenkoordinators Ewald Lochner und SPÖ-Stadtrat Peter Hacker. Ziel muss sein, Suchtkranke in Therapie zu bringen, nicht über Jahre hinweg billige Substitution und Spritzentausch anzubieten“.

Martina Hammerer ist Bezirkpolitikerin der ÖVP im sechsten Wiener Gemeindebezirk und warnt seit Jahren vor den Entwicklungen an der Gumpendorfer Straße.
Martina Hammerer ist Bezirkpolitikerin der ÖVP im sechsten Wiener Gemeindebezirk und warnt seit Jahren vor den Entwicklungen an der Gumpendorfer Straße.