Das spanische Kabinett hat einen Gesetzentwurf beschlossen, der das bereits bestehende Rauchverbot in Innenräumen massiv ausweiten soll. Ziel sei es, die Bevölkerung besser vor Passivrauch zu schützen und langfristig eine tabakfreie Generation zu schaffen.

Gesundheitsministerin Mónica García betonte, dass saubere Luft in gemeinsam genutzten Bereichen zur Selbstverständlichkeit werden müsse. Besonders Kinder, Schwangere und Menschen mit Atemwegserkrankungen sollen dadurch besser geschützt werden, berichtet die Welt.

Diese Orte wären künftig betroffen

Sollte das Gesetz verabschiedet werden, wäre das Rauchen unter anderem an folgenden Orten verboten:

  • Terrassen von Cafés, Bars und Restaurants
  • Strände
  • Öffentliche Parks
  • Bushaltestellen
  • Bahnsteige
  • Universitätsgelände
  • Sportanlagen
  • Schwimmbäder

Das Verbot soll ausdrücklich auch für E-Zigaretten und Vapes gelten.

Weitere Einschränkungen geplant

Der Gesetzentwurf sieht außerdem vor, den Zugang von Minderjährigen zu Tabakprodukten weiter einzuschränken und Werbung für Tabak sowie E-Zigaretten weitgehend zu verbieten.

Bevor die neuen Regeln in Kraft treten können, muss jedoch noch das spanische Parlament zustimmen. Dort verfügt die Minderheitsregierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez über keine eigene Mehrheit.

Vor allem in der Gastronomie dürfte das Vorhaben auf Kritik stoßen. Die Außengastronomie gehört besonders in den Sommermonaten zu den wichtigsten Tourismus- und Wirtschaftsfaktoren Spaniens. Ein Rauchverbot auf Terrassen könnte deshalb für Diskussionen sorgen.

Nach Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums rauchen rund 26 Prozent der erwachsenen Bevölkerung täglich. Jährlich werden etwa 50.000 Todesfälle mit Tabakkonsum in Verbindung gebracht.

Bereits seit 2011 gilt in Spanien ein umfassendes Rauchverbot in geschlossenen öffentlichen Räumen wie Bars, Restaurants, Cafés, Diskotheken und Casinos. Mit dem neuen Gesetz soll der Nichtraucherschutz nun auch auf zahlreiche Außenbereiche ausgeweitet werden.