Die Stadt begründet den Schritt mit wiederholten Beschwerden von Besucherinnen. Während die Verantwortlichen von einer Maßnahme für mehr Wohlbefinden sprechen, sorgt die Neuregelung bei einigen Stammgästen für Unverständnis.

Auslöser für die Änderung waren laut der Stadt keine konkreten Übergriffe, sondern wiederkehrende Nutzerkonflikte. Besucherinnen hätten sich im FKK-Bereich immer wieder unwohl gefühlt. Ziel sei es gewesen, den Aufenthalt für alle Badegäste angenehmer zu gestalten.

Wie Heute berichtete, erklärte SPÖ-Stadtrat Stephan Schimanowa, die Geschlechtertrennung sei eine Reaktion auf diese Beschwerden. Zwar habe es keine angezeigten Übergriffe gegeben, dennoch habe die Stadt Handlungsbedarf gesehen. Nach Angaben des Stadtrats werde die neue Regelung von der Mehrheit der Badegäste positiv aufgenommen.

Für manche langjährige Besucher ist die Neuerung jedoch ein Ärgernis. Ein Niederösterreicher, der das Stadtbad nach eigenen Angaben seit rund drei Jahrzehnten gemeinsam mit seiner Frau besucht, kritisiert, dass Paare den FKK-Bereich nun nicht mehr gemeinsam nutzen können. Der gemeinsame Aufenthalt sei dadurch praktisch unmöglich geworden, weil sich die getrennten Bereiche weder überschneiden noch Sichtkontakt ermöglichen.

Auch Toiletten wurden umgestellt

Neben der neuen Einteilung der FKK-Terrasse hat die Stadt auch die Sanitäranlagen angepasst. Die bisherigen Herren-Toiletten wurden in Unisex-WCs umgewandelt, während das Damen-WC ausschließlich Frauen vorbehalten bleibt.

Die Stadt begründet dies mit dem höheren Frauenanteil unter den Badegästen. Da das denkmalgeschützte Gebäude nicht erweitert werden könne, habe man die bestehenden Anlagen umorganisiert. Die Bereiche mit Urinalen seien räumlich getrennt und verschließbar. Beschwerden über die neue Toilettenregelung seien bisher nicht eingelangt.

Belästigungen beschäftigen FKK-Bereiche seit Jahren

Dass sich Frauen in FKK-Bereichen teilweise unwohl fühlen, ist kein neues Thema. Laut dem Kurier berichten Besucherinnen der Wiener Donauinsel seit Jahren von sexuellen Belästigungen – von anzüglichem Anstarren über Catcalling bis hin zu exhibitionistischen Vorfällen. Die Polizei geht dabei von einer hohen Dunkelziffer aus, weil viele Betroffene keine Anzeige erstatten.

Vor diesem Hintergrund begründet die Stadt Mödling ihre Entscheidung mit dem Wunsch, mögliche Konflikte bereits im Vorfeld zu entschärfen. Ob die Geschlechtertrennung dauerhaft bestehen bleibt, ist derzeit offen. Für manche Stammgäste hat die neue Regelung den gemeinsamen FKK-Besuch jedenfalls beendet.