Das Gebäude in Siegendorf blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Bereits Anfang der 1970er-Jahre wurde das „Kakadu“ als eines der ersten Nachtlokale des Burgenlandes eröffnet. Zunächst als Varieté geführt, entwickelte sich das Etablissement später zu einer Gogo-Bar und wurde schließlich als Bordell betrieben. Nach der Schließung stand die Immobilie viele Jahre leer. Auch das benachbarte Gasthaus blieb ungenutzt, berichtet die Kronen Zeitung.
Kauf während der Pandemie
Vor rund fünf Jahren entschied sich Dorothee Van Laer für einen ungewöhnlichen Schritt. Die Virologin erwarb gemeinsam mit ihrem damaligen Lebensgefährten die beiden Objekte in Siegendorf. Geplant war eine umfassende Sanierung. In den Gebäuden sollten eine Pizzeria, Gästezimmer und weitere touristische Angebote entstehen. Die ersten Arbeiten wurden bereits begonnen, und die Eröffnung schien zeitweise nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Inzwischen hat sich die Situation jedoch grundlegend verändert. Die Beziehung zu ihrem damaligen Partner ist beendet, und Van Laer lebt wieder in Deutschland. Zwar wurde das ehemalige Rotlichtlokal mittlerweile umfassend renoviert und präsentiert sich in einem nahezu bezugsfertigen Zustand, doch die Eigentümerin verfolgt das Projekt nicht weiter. Auch ihre Reitanlage im burgenländischen Wulkaprodersdorf wird mittlerweile nicht mehr selbst betrieben, sondern ist verpachtet.
Immobilie sucht neuen Besitzer
Nun steht das Areal offiziell zum Verkauf. Laut Immobilienmakler bietet das Objekt zahlreiche Nutzungsmöglichkeiten. Neben dem derzeit vorgesehenen Gastronomie- und Barbetrieb könnten auch mehrere Wohneinheiten oder zusätzliche Fremdenzimmer realisiert werden. Ebenso wäre eine Nutzung als Büro-, Ausstellungs- oder Geschäftsfläche denkbar. Die bereits erfolgten Sanierungsarbeiten schaffen dafür eine solide Grundlage. Das Grundstück umfasst rund 1.352 Quadratmeter. Die bestehende Nutz- und Wohnfläche beläuft sich auf insgesamt 649 Quadratmeter.
Denkbar wären laut Vermarktungskonzept unter anderem:
- Gastronomiebetrieb mit Barbetrieb
- Zwei großzügige Wohnungen
- Bis zu sieben Wohneinheiten
- Kombination aus Wohnungen und Fremdenzimmern
- Büro- oder Ausstellungsflächen
Damit richtet sich das Angebot sowohl an Investoren als auch an Unternehmer mit touristischen oder gewerblichen Konzepten.
Verkauf um 585.000 Euro
Für das ehemalige „Kakadu“ samt den angrenzenden Gebäuden werden aktuell 585.000 Euro aufgerufen. Damit endet vorerst die Vision der bekannten Virologin, aus dem einstigen Rotlichtlokal einen neuen gastronomischen Treffpunkt im Burgenland zu machen. Ob das traditionsreiche Gebäude künftig als Restaurant, Wohnprojekt oder Gewerbestandort genutzt wird, entscheidet nun ein neuer Eigentümer.

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