Starmer warnte zudem vor den Folgen einer parteiinternen Revolte: Die vergangenen 48 Stunden hätten die Regierung destabilisiert und dem Land reale wirtschaftliche Kosten verursacht. Vor der Kabinettssitzung hatte der Regierungschef mit Parteikollegen über seine politische Zukunft beraten. Mehrere Regierungsmitarbeiter waren zurückgetreten und knapp 80 Abgeordnete seiner Labour Party hatten öffentlich Starmers Rücktritt gefordert.
Rücktrittsforderungen aber kein Herausforderer
Hintergrund ist eine der schwersten Niederlagen der Mitte-Links-Partei bei den Kommunal- und Regionalwahlen in der vergangenen Woche. Laut britischer Medienberichte hatten sogar mehrere Kabinettsmitglieder, darunter Innenministerin Shabana Mahmood und Außenministerin Yvette Cooper, Starmer dazu gedrängt, ein Datum für seinen Rückzug zu nennen.
Starmer, der seit weniger als zwei Jahren im Amt ist, hatte am Montag in einer Rede noch Rücktrittsforderungen zurückgewiesen und versprochen, die zahlreichen Probleme Großbritanniens mutiger und mit mehr Nachdruck anzugehen. Unmittelbar danach drangen jedoch weitere Abgeordnete aus verschiedenen ideologischen Flügeln von Labour auf einen Zeitplan für seinen Abgang. Die politische Unsicherheit trieb zudem die staatlichen Refinanzierungskosten am Anleihemarkt in die Höhe.
Starmer warnte, das Land werde der Labour-Partei einen Führungsstreit niemals verzeihen. Die Partei hatte erst vor zwei Jahren eine große parlamentarische Mehrheit errungen, die das politische Chaos beenden sollte, das Großbritannien seit dem Votum für den EU-Austritt vor zehn Jahren im Griff hat. Starmer ist bereits der vierte britische Premierminister in fünf Jahren. Am Mittwoch wird König Charles im Parlament in einer traditionellen Zeremonie das Regierungsprogramm vorstellen.

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