Ab dem 1. September 2026 soll Schülerinnen unter 14 Jahren das Tragen eines Kopftuchs im Unterricht untersagt werden. Fünf betroffene Mädchen im Alter zwischen neun und zwölf Jahren haben bereits angekündigt, die Regelung vor dem Verfassungsgerichtshof anzufechten. Sie sehen ihre Religionsfreiheit verletzt.

IGGÖ sieht Eingriff in Religionsfreiheit

Unterstützung erhalten die Mädchen von der Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich. Die Religionsgemeinschaft kritisiert das Gesetz als gezielten Eingriff gegen muslimische Schülerinnen und verweist auf ein Rechtsgutachten, das Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit der Regelung äußert.

In einer Stellungnahme betont die IGGÖ, dass kein Mädchen dazu gezwungen werden dürfe, ein Kopftuch zu tragen – allerdings ebenso wenig dazu, es abzulegen. Die Organisation fordert, die betroffenen Mädchen selbst in den Mittelpunkt der Diskussion zu stellen und ihre religiöse Selbstbestimmung zu respektieren.

Ministerin übt scharfe Kritik

Integrationsministerin Claudia Bauer reagierte nun mit deutlichen Worten auf die Position der Glaubensgemeinschaft. Sie kritisierte insbesondere ein älteres Dokument der IGGÖ aus dem Jahr 2019, in dem das Tragen des Kopftuchs als religiöse Verpflichtung für Mädchen ab acht Jahren beschrieben worden sein soll.

Die Ministerin fordert ein klares Bekenntnis dazu, dass Kinder nicht bereits in jungen Jahren religiösen Kleidervorschriften unterworfen werden sollten. Aus ihrer Sicht müsse die Entwicklung und Entfaltung von Mädchen im Vordergrund stehen.

Verfassungsgerichtshof soll entscheiden

Während die Bundesregierung das Verbot als Maßnahme zum Schutz von Kindern und zur Förderung ihrer freien Entwicklung verteidigt, sehen Kritiker darin eine Einschränkung religiöser Rechte. Die juristische Auseinandersetzung dürfte nun beim Verfassungsgerichtshof landen.

Dessen Entscheidung könnte weitreichende Folgen für den Umgang mit religiösen Symbolen an österreichischen Schulen haben und die Diskussion über Religionsfreiheit, Integration und Kinderrechte nachhaltig prägen.