Wie die „Weltwoche“ berichtet, produzierten Wind- und Solaranlagen zeitweise deutlich mehr Energie als benötigt wurde. Laut Daten des Fraunhofer-Instituts lag die Stromerzeugung am 5. und 6. April bei bis zu 175 Prozent des Bedarfs. Verantwortlich dafür war eine sogenannte „Hellbrise“ – viel Wind und intensive Sonneneinstrahlung bei gleichzeitig geringer Nachfrage durch die Feiertage.

Strompreise im Minus

Die Folge: Der Strompreis rutschte zeitweise tief ins Negative – auf bis zu minus 32 Cent pro Kilowattstunde. Heißt konkret: Abnehmer bekamen Geld dafür, überschüssigen Strom abzunehmen. Ein Teil wurde ins Ausland exportiert, ein anderer von Großverbrauchern genutzt, um das Netz zu entlasten. Gleichzeitig mussten Anlagen gedrosselt werden, während konventionelle Kraftwerke weiter in Bereitschaft bleiben, um die Netzstabilität zu sichern.

Hohe Kosten trotz Überschuss

Für Betreiber erneuerbarer Energien ist das kaum ein Problem, da ihre Vergütung meist staatlich garantiert ist – unabhängig vom tatsächlichen Bedarf. Die Kosten tragen letztlich Steuerzahler und Konsumenten. Allein am Ostersonntag könnten laut Experten rund 133 Millionen Euro angefallen sein.

Trotz hoher Subventionen zahlen deutsche Haushalte weiterhin zu den höchsten Strompreisen Europas. Gleichzeitig steigen auch die Kosten für Maßnahmen zur Netzstabilisierung seit Jahren deutlich an. Die Oster-Entwicklung zeigt einmal mehr die Herausforderungen der Energiewende: Überproduktion, steigende Kosten – und ein System, das bei extremen Schwankungen an seine Grenzen stößt.