Nach Angaben der Ermittler sprachen die Jugendlichen ihre Opfer meist in kleinen Gruppen an. Anschließend forderten sie Bargeld, Wertgegenstände oder Kleidungsstücke. Kam es zu Widerstand oder verweigerten die Betroffenen die Herausgabe ihrer Sachen, sollen die Täter Gewalt angewendet haben. Faustschläge und Tritte gehörten laut Polizei zum Vorgehen der Verdächtigen. Mehrere Opfer erlitten dabei leichte Verletzungen.

Ermittler schlagen nach monatelangen Untersuchungen zu

Den umfangreichen Ermittlungen des Landeskriminalamtes Wien, Ermittlungsbereich Raub, ist es nun gelungen, die mutmaßlichen Täter auszuforschen. Von den insgesamt 14 Verdächtigen sind elf strafmündig und zwischen 14 und 17 Jahre alt. Drei weitere Beschuldigte sind erst zwölf beziehungsweise 13 Jahre alt und damit noch nicht strafmündig. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien wurden sieben der strafmündigen Jugendlichen festgenommen und in eine Justizanstalt eingeliefert.

Polizei spricht von Intensivtätern

Laut Polizeisprecherin Julia Schick handelt es sich bei den Beschuldigten um „polizeilich bekannte Intensivtäter“, die teilweise bereits über erhebliche Vorstrafen verfügen. Der Großteil der Tatverdächtigen besitzt die afghanische oder syrische Staatsbürgerschaft, drei der Beschuldigten sind österreichische Staatsbürger. Die Ermittler gehen zudem davon aus, dass einzelne Mitglieder der Gruppe für weitere Straftaten verantwortlich sein könnten. Die Untersuchungen dauern daher weiterhin an.

Tatorte nahe Schulen und Bahnhöfen

Besonders auffällig ist die Konzentration der Überfälle auf bestimmte Bereiche der Stadt. Insgesamt werden den Verdächtigen derzeit 15 Raubdelikte zugerechnet. 14 der bisher bekannten Taten ereigneten sich im Bezirk Döbling, ein weiterer Raubüberfall wurde in Penzing verübt. Die Angriffe fanden überwiegend in der Nähe von Schulen und Bahnhöfen statt – also an Orten, an denen sich viele Kinder und Jugendliche täglich aufhalten.

Weitere Ermittlungen laufen

Mit den Festnahmen ist die Aufarbeitung der mutmaßlichen Raubserie noch nicht abgeschlossen. Die Polizei prüft derzeit, ob weitere Straftaten der Gruppe zugerechnet werden können und ob zusätzliche Opfer bislang keine Anzeige erstattet haben. Die Ermittlungen des Landeskriminalamtes Wien dauern an.