Der bei Österreichern beliebte italienische Badeort Jesolo wird derzeit von brutalen Schlägereien heimgesucht. Verantwortlich sind Jugend-Gangs mit Migrationshintergrund, die sich über soziale Medien zusammenrotten. Das berichtet die Kronen-Zeitung. In Italien heißen sie „Maranza”, in Österreich kennt man sie als „Talahons”. Nun ziehen Stadt und Polizei die Notbremse.
Die Täter sind meist zwischen 13 und 17 Jahre alt – gerade jung genug, um nicht nach dem Erwachsenenstrafrecht belangt zu werden. Sie posieren mit Messern und Pistolen und terrorisieren die Innenstädte von Rom über Mailand und Florenz bis zum Gardasee und nach Südtirol. Verabredet wird sich über soziale Kanäle, häufig TikTok. Die Opfer sind meist zwischen 14 und 20 Jahre alt – willkürlich ausgewählt, oft nur, weil sie „schief geschaut” haben. Dabei läuft fast immer die Handykamera mit, die Videos landen zur Demütigung der Opfer im Netz.
Rote Zonen und doppelte Polizeipräsenz
Nach einer Reihe von Vorfällen im Juni zog Präfekt Darco Pellos die Notbremse: In Jesolo, Venedig und Chioggia wurden „rote Zonen” eingerichtet. Die Maßnahme gilt ab diesem Samstag bis zum 23. August. Bürgermeister Christofer De Zotti wetterte vor laufenden Kameras: „Weg mit dem Abschaum!”
Die abgesprochenen Schlägereien begannen am Strand nahe der Piazza Brescia. Bislang wurden 500 Verdächtige ausgeforscht, die Polizeipräsenz verdoppelt. Immer wieder gerieten auch Touristen ins Visier.
Eine Parallelgesellschaft sucht sich ihre Opfer
Bei den meisten Gang-Mitgliedern handelt es sich Berichten zufolge um „verlorene” Seelen aus sozial schwachen Familien sowie um in Italien geborene Söhne nordafrikanischer Einwanderer – ohne Perspektive. Anders als mafiöse Clans agieren sie selten organisiert. Es ist eine Parallelgesellschaft, die ihre Wut an jenen auslässt, die nicht dazugehören.
Italien: Enormer Anstieg der Jugendkriminalität
Seit 2021 verzeichnet Italien einen enormen Anstieg der Jugendkriminalität – rund 25.000 Anzeigen gegen Minderjährige meldet die Polizei. Die Bandbreite reicht von Bedrohung und Raubüberfällen bis hin zu Mord und Vergewaltigung. Die Rechtsregierung von Giorgia Meloni geriet unter Druck und setzt mittlerweile auf massive Polizeieinsätze.
Für internationales Aufsehen sorgte bereits eine Gang, die im Sommer den Gardasee-Ort Peschiera in Beschlag nahm und unbeteiligte Mädchen sexuell attackierte. „Das hier ist Afrika, holen wir es uns zurück”, skandierte die Gruppe. Erst Spezialeinheiten mit Tränengas drängten den Mob zurück – bis dahin hatten sich rund 2.000 Jugendliche beteiligt oder zugesehen.

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