„Ich würde noch mehr Menschen töten“

Der Mann sitzt während der Verhandlung in einem gesicherten Glasverschlag und wird von schwer bewaffneten Beamten bewacht. Auf Fragen des Gerichts erklärte er zunächst knapp: „Ich habe schon alles gesagt.“ Im weiteren Verlauf äußerte er sich jedoch ausführlicher und bekannte sich weiterhin zur Ideologie der Terrororganisation Islamischer Staat. Besonders schockierend wirkten Aussagen, wonach er „noch mehr Menschen töten“ würde. Laut Anklage habe er gezielt männliche Passanten im Alter zwischen 14 und 45 Jahren angegriffen.

Anschlag dauerte nur 84 Sekunden

Der Angriff in Villach dauerte laut Ermittlungen lediglich 84 Sekunden. In dieser kurzen Zeit wurden sechs Menschen attackiert. Ein 14-jähriger HTL-Schüler starb, fünf weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Die Polizei geht davon aus, dass der Täter wahllos auf Passanten einstach. Erst das mutige Eingreifen eines syrischen Essenslieferanten konnte offenbar Schlimmeres verhindern. Der Mann wurde danach öffentlich als „Held von Villach“ bezeichnet. Zwischen der ersten Attacke und der Festnahme des Verdächtigen vergingen laut Behörden insgesamt nur sechs Minuten.

Radikalisierung innerhalb weniger Monate

Besonders erschütternd erscheint laut Ermittlern die Geschwindigkeit der Radikalisierung. Der Angeklagte war ursprünglich aus Syrien geflüchtet, um dem Krieg zu entkommen. Innerhalb weniger Monate soll er sich jedoch im Internet radikalisiert haben. Vor Gericht erklärte er nun, weiterhin an die Ziele des IS zu glauben. Auf die Frage, wo der Staat des IS entstehen solle, antwortete er: „Auf der ganzen Welt.“ Laut Justiz sollen mehrere Deradikalisierungs-Versuche in der Haft gescheitert sein.

Massive Sicherheitsvorkehrungen

Rund um den Prozess gelten strenge Sicherheitsmaßnahmen. Elektronische Geräte sind im Gerichtssaal verboten, sämtliche Besucher mussten sich vorab akkreditieren. Insgesamt werden rund 150 Zuhörer sowie zahlreiche Medienvertreter erwartet. Dem Angeklagten droht im Fall einer Verurteilung  eine lebenslange Freiheitsstrafe. Der Prozess ist auf zwei Tage angesetzt.