Für die junge Mutter aus Salzburg änderte sich nach dem Tod ihres Partners alles. Heute kämpft sie als Alleinerzieherin mit den finanziellen und emotionalen Folgen der Tragödie.
“Es fühlt sich an wie ein surrealer Krimi”, schildert sie ihre Erlebnisse. Bis heute könne sie nicht verstehen, wie es zu den Ereignissen kommen konnte. “Man ist einfach enttäuscht und leer”, sagt sie.
Besonders belastend sei für sie, dass ihre gemeinsame vierjährige Tochter ihren Vater bei den letzten Besuchen nur noch durch eine Glasscheibe sehen durfte. Zudem sei sie weder über den Krankenhausaufenthalt noch über den Tod ihres Partners rechtzeitig informiert worden.
“Ich bin wütend, weil so viel falsch gelaufen ist”, erklärt die Hinterbliebene in der Tageszeitung Heute.
Ermittlungen nach Tod in der Haft
Der Fall beschäftigt inzwischen die Staatsanwaltschaft. Im Raum stehen unter anderem der Verdacht der fahrlässigen Tötung sowie des Missbrauchs der Amtsgewalt. Ob tatsächlich strafrechtlich relevantes Fehlverhalten vorliegt, sollen die laufenden Ermittlungen klären.
Der Rechtsvertreter mehrerer Justizwachebeamter verweist hingegen darauf, dass ein vorliegendes Gutachten seine Mandanten entlaste. Eine endgültige rechtliche Bewertung steht noch aus.
Zusammenbruch vor Abschiebung
Der 50-Jährige hätte Ende August 2025 von Österreich nach Großbritannien abgeschoben werden sollen. Am Flughafen brach er jedoch nach einer mutmaßlichen Überdosis Antidepressiva zusammen und wurde in ein niederösterreichisches Krankenhaus eingeliefert, wo er zunächst im Koma lag.
Nach seiner Entlassung wurde er bis zum geplanten zweiten Abschiebeversuch nicht auf einer Krankenstation, sondern in der Justizanstalt Josefstadt untergebracht. Dort verschlechterte sich sein Gesundheitszustand erneut. Der Mann wurde schließlich leblos in seiner Zelle gefunden. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos.
Zum Zeitpunkt seines Todes befand sich der Mann, der wegen mutmaßlicher Sexualdelikte nach britischem Recht in Untersuchungshaft saß, in staatlicher Obhut.

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