Tausende Menschen strömten am Samstag in den Moschee-Komplex der Großen Mosalla in Teheran, um Khamenei die letzte Ehre zu erweisen. Viele trugen schwarze Kleidung, andere schwenkten rote Fahnen – im schiitischen Islam ein Symbol für Rache.
Immer wieder erschallten Sprechchöre wie „Tod Amerika“ und „Rache, Rache“. Besonders für Entsetzen sorgten Transparente mit der Aufschrift „Tötet Trump“, die inmitten der Trauermenge hochgehalten wurden, berichtet oe24.
Regime setzt auf Machtdemonstration
Die Trauerfeiern finden vor dem Hintergrund des Krieges zwischen dem Iran sowie den USA und Israel statt. Beobachter sehen in den Veranstaltungen einen Versuch der Staatsführung, trotz der angespannten Lage Geschlossenheit und Stärke zu demonstrieren.
Die Behörden rechnen allein in Teheran mit bis zu 20 Millionen Teilnehmern. Wegen Temperaturen von nahezu 40 Grad wurden die Menschenmassen immer wieder mit Wasser besprüht.
Fünf Särge aufgebahrt
Im Zentrum der Zeremonie standen fünf mit der iranischen Flagge bedeckte Särge. Neben Khamenei wurden auch mehrere Familienmitglieder aufgebahrt, darunter sein Schwiegersohn, eine Tochter, die Ehefrau seines Sohnes Mojtaba sowie seine erst 14 Monate alte Enkelin.
Auf dem Sarg des langjährigen Revolutionsführers lag sein charakteristischer schwarzer Turban.
Neuer Führer bleibt im Hintergrund
Khameneis Sohn und designierter Nachfolger Mojtaba Khamenei trat bei den Feierlichkeiten zunächst nicht öffentlich auf. Berichten zufolge wurde auch er bei dem Angriff verletzt, bei dem sein Vater ums Leben kam.
Mehrere ranghohe Militärs, darunter der neue Kommandant der Revolutionsgarden, zeigten sich dagegen erstmals seit Kriegsbeginn wieder in der Öffentlichkeit – begleitet von scharfen Warnungen an die Gegner des Iran.
Die Revolutionsgarden drohten den USA und Israel mit einer noch härteren Reaktion im Falle neuer Angriffe. Jede „Fehlkalkulation“ werde entschlossen beantwortet werden, hieß es in einer offiziellen Erklärung.

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