Ein Mann aus dem Bezirk Spittal an der Drau verlor innerhalb weniger Wochen einen hohen fünfstelligen Betrag bei einem Trading-Betrug. Besonders perfide: Die Täter täuschten über Wochen hinweg steigende Gewinne vor und bauten so gezielt Vertrauen auf.

Begonnen hatte der Fall bereits im März. Der 68-Jährige wurde über Online-Werbung auf eine angebliche Trading-Plattform aufmerksam. In den Anzeigen schienen bekannte Persönlichkeiten sowie österreichische Politiker das Geschäftsmodell zu unterstützen.

Kurz nach der Registrierung meldete sich ein vermeintlicher Anlageberater über WhatsApp beim Opfer. Dieser versprach hohe Gewinne und überzeugte den Mann Schritt für Schritt zu weiteren Einzahlungen.

Insgesamt überwies der Kärntner sechsmal mehrere tausend Euro auf verschiedene Konten. Über die Plattform konnte er dabei scheinbar live verfolgen, wie sein investiertes Kapital immer weiter anwuchs.

Gewinn-Auszahlung entpuppte sich als Täuschung

Als der Mann Anfang Mai seinen angeblichen Gewinn auszahlen lassen wollte, änderte sich die Situation abrupt. Plötzlich wurden zusätzliche Gebühren in Höhe mehrerer tausend Euro verlangt.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt wurde der Kärntner misstrauisch und kontaktierte seinen Bankberater. Dieser riet ihm schließlich, Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Der gesamte Schaden beläuft sich laut Ermittlern auf einen hohen fünfstelligen Betrag.

KI und Fake-Werbung machen Betrügereien gefährlicher

Die Behörden beobachten seit Monaten einen starken Anstieg bei Trading-Betrügereien. Besonders problematisch ist dabei die zunehmende Professionalisierung der Täter.

Moderne Betrugsplattformen arbeiten häufig mit gefälschten Nachrichtenartikeln, manipulierten Videos und angeblichen Empfehlungen prominenter Persönlichkeiten. Hinzu kommen immer raffiniertere KI-Technologien, die Vertrauen schaffen und Opfer gezielt manipulieren sollen.

Erst im Februar wurde in Innsbruck ein ähnlicher Fall bekannt. Ein 47-jähriger Österreicher verlor ebenfalls einen hohen fünfstelligen Betrag, nachdem er sich auf einer Plattform für KI-gestütztes Trading registriert hatte.

Dem Mann wurde telefonisch erklärt, er könne mithilfe künstlicher Intelligenz besonders profitable Handelsgeschäfte durchführen. In weiterer Folge überwies das Opfer Geld auf Konten in Luxemburg, den Niederlanden und Litauen.