Kritik von Frauenrechtsorganisation

Besonders scharf kritisiert wird die Maßnahme von der Frauenrechtsorganisation Sex Matters. Deren Geschäftsführerin Maya Forstater wirft der Kirche vor, Frauenrechte und geltende rechtliche Vorgaben zu missachten. Sie argumentiert, dass Frauen ein Recht auf Privatsphäre, Würde und Sicherheit in geschlechtergetrennten Einrichtungen hätten.

Die Diskussion steht im Zusammenhang mit einem Urteil des britischen Supreme Court aus dem vergangenen Jahr, das für Klarheit bei der Auslegung des Begriffs „Geschlecht“ im Equality Act sorgen sollte. Zudem liegt dem britischen Parlament derzeit ein neuer Entwurf für Leitlinien der Equality and Human Rights Commission (EHRC) vor. Die Vorschläge werden noch geprüft und sind bislang nicht in Kraft getreten.

Kirchenleitung verteidigt Vorgehen

Die leitende Geistliche des Sunderland Minster, Reverend Canon Clare MacLaren, verteidigt die Entscheidung der Kirche. Die aktuellen Leitlinien seien noch nicht rechtsverbindlich, betont sie. Außerdem würden die vorhandenen Sanitäranlagen des denkmalgeschützten Kirchengebäudes überwiegend aus einzelnen Kabinen bestehen. Gemeinsam genutzt werde lediglich der Bereich zum Händewaschen.

MacLaren erklärte zudem, dass die Kirche die Sicherheit aller Besucher ernst nehme. Transgender- und nichtbinäre Gemeindemitglieder seien häufig Anfeindungen ausgesetzt und hätten ebenso Anspruch auf Schutz und Würde wie andere Menschen.

Teil eines inklusiven Kirchennetzwerks

Das Sunderland Minster gehört dem Inclusive Church Network an, einem Zusammenschluss von Kirchengemeinden, der sich nach eigenen Angaben für Inklusion und die Gleichbehandlung verschiedener gesellschaftlicher Gruppen einsetzt.

Auf seiner Website beschreibt das Netzwerk als Ziel, Menschen einzubeziehen, die sich von traditionellen kirchlichen Strukturen ausgeschlossen fühlen. Zudem setzt sich die Organisation für die Sichtbarkeit und Anerkennung von LGBTQI+-Personen ein.

Frühere Kontroversen um Pride-Symbolik

Die Kirche war bereits in der Vergangenheit Gegenstand öffentlicher Debatten. Im Jahr 2025 hatte sie Kritik auf sich gezogen, nachdem Bilder eines mit einer Progress-Pride-Flagge bedeckten Altars veröffentlicht worden waren. Kritiker verwiesen damals auf kirchenrechtliche Vorgaben der Church of England, während Unterstützer die Aktion als Zeichen der Offenheit gegenüber LGBTQ+-Personen werteten.

Auch Reverend Canon Clare MacLaren ist seit Jahren als Unterstützerin von Transgender-Rechten bekannt und hat wiederholt an entsprechenden Veranstaltungen und Demonstrationen teilgenommen.