US-Soldaten in Polen

In Europa sind Zehntausende US-Truppen stationiert, vor allem auch in Deutschland. Ob sich die Gesamtzahl der Soldaten nun wie von Trump ursprünglich angestrebt reduziert, blieb zunächst unklar. Trumps Ankündigung kam vor einem heutigen Treffen der Nato-Staaten in Schweden, zu dem auch US-Außenminister Marco Rubio reiste. Überschattet wird die Zusammenkunft von transatlantischen Spannungen wegen des Iran-Kriegs.

Polen gilt den USA als Bilderbuch-Partner

Polens Präsident Nawrocki veröffentlichte nach Trumps Ankündigung einen Post auf der Plattform X, in dem er Trump für seine „Freundschaft“ mit Polen dankte. Das polnisch-amerikanische Bündnis sei eine Säule der Sicherheit Polens und Europas, schrieb er. Nawrocki hatte Mitte 2025 die Stichwahl um das Präsidentenamt gewonnen. Im Herbst besuchte er Trump in Washington. Die beiden machte ihre Sympathie füreinander damals öffentlich sehr deutlich. Für die USA gilt Polen als Bilderbuch-Partner, etwa deshalb, weil der Nato-Verbündete angesichts der von Russland ausgehenden Bedrohung vergleichsweise viel Geld in die eigene Verteidigung investiert. Zuletzt hatte es Verwirrung um Medienberichte gegeben, wonach Polen von einem Stopp der Entsendung einer Kampfbrigade von mehr als 4.000 US-Soldaten betroffen sein könnte. Das Wall Street Journal hatte etwa berichtet, dass die Soldaten eigentlich für einen auf neun Monate angelegten Einsatz in Polen hätten stationiert werden sollen. Die Entsendung der Kampfbrigade nach Europa sei jedoch gestoppt worden. Polen wiederum dementierte Berichte, wonach das Land vom Stopp der Entsendung betroffen sei. Eine Transportmaschine der US-Airforce im Landeanflug auf die US-Airbase Ramstein. Die US-Airbase ist eines der wichtigsten Drehkreuze des US-Militärs in Europa.

Abzug aus Deutschland löst Reorganisation aus

„Die Zahl der amerikanischen Soldaten in Polen wird nicht reduziert“, sagte Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz in Warschau. Vielmehr arbeite sein Land weiterhin an der Aufstockung der US-Truppenstärke. Der Verteidigungsminister sagte weiter, aus dem von Trump angekündigten Abzug von rund 5.000 US-Soldaten aus Deutschland ergebe sich eine Reorganisation der amerikanischen Truppen in Europa. Möglicherweise erkläre dies die Verwirrung, die durch Berichte der US-Medien ausgelöst worden sei, sagte Kosiniak-Kamysz.

Der polnische Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz

US-Vizepräsident JD Vance sagte diese Woche in Washington, dass man die Truppenstärke in Polen nicht um 4.000 Soldaten reduziert habe. Man habe vielmehr eine Entsendung von Truppen nach Polen verschoben. Das sei keine Reduzierung. Vance sprach von einer üblichen Verzögerung bei der Rotation. Das Pentagon hatte am Dienstag erklärt, die Zahl der Kampfbrigaden in Europa werde von vier auf drei reduziert und damit auf den Stand von 2021 reduziert – also den Stand vor Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Die Reduzierung sei das Ergebnis einer „umfassenden und vielschichtigen“ Überprüfung der US-Truppenstärke in Europa. Die Änderung führe zu einer zeitweisen Verspätung der Verlegung von Truppen nach Polen, hieß es. Stand Mitte dieses Monats waren in Polen nach Angaben aus US-Militärkreisen etwa 7.400 Soldaten stationiert. Die meisten von ihnen rotieren regelmäßig zwischen verschiedenen US-Militärstützpunkten in Europa.

 

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