Hintergrund sind geplante Einsparungen im Hochschulbereich. Laut Universitätenkonferenz (Uniko) soll das Uni-Budget für die Jahre 2028 bis 2030 von 16,5 auf 15,5 Milliarden Euro sinken. Den Hochschulen würden damit insgesamt rund 2,5 Milliarden Euro fehlen. Hütter sprach von einem „Super-GAU“ und einer Kürzung in bislang unbekanntem Ausmaß.

Jede fünfte Stelle könnte wegfallen

Die Rektoren warnen vor massiven Konsequenzen. Sollte der Sparkurs umgesetzt werden, müssten laut Uni-Wien-Rektor Sebastian Schütze rund 20 Prozent der Stellen gestrichen werden. Das hätte nicht nur Folgen für Forschung und Lehre, sondern auch für die Ausbildung dringend benötigter Fachkräfte. Auch längere Studienzeiten und eine Debatte über allgemeine Studiengebühren könnten laut den Universitäten wieder Realität werden. Besonders dramatisch seien die Auswirkungen im medizinischen Bereich. Markus Müller, Rektor der MedUni Wien, warnte sogar vor einem möglichen „Kollaps“ der medizinischen Versorgung. Die Universitätskliniken in Wien, Graz, Innsbruck und Linz seien zentrale Säulen des Gesundheitssystems und würden einen Großteil der Fachärzte ausbilden.

Hochschulen planen Widerstand

Die Universitäten kündigten bereits Proteste an. Für den 27. Mai ist eine Großdemonstration in Wien geplant. Zudem ziehen sich die Hochschulen vorerst aus dem Hochschulstrategieprozess des Wissenschaftsministeriums zurück. Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner erklärte zwar, sie wolle sich weiterhin für zusätzliche Mittel einsetzen. Wirklich beruhigt zeigte sich Uniko-Chefin Hütter darüber allerdings nicht.

„Wissenschaft hat keine Priorität“

Für Aufsehen sorgte vor allem ein Auftritt Hütters in der „ZIB2“. Dort erklärte sie, ihr sei von Regierungsseite vermittelt worden, dass die Einsparungen praktisch fix seien und kaum noch Spielraum bestehe.