Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Laut ÖH versammelten sich noch vor dem offiziellen Startschuss bereits 21.000 Menschen vor der Universität Wien – deutlich mehr als von den Veranstaltern erwartet. Auch die APA bestätigte tausende Teilnehmer. Aufgerufen hatten die Universitätenkonferenz (uniko), die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) sowie Arbeitnehmervertretungen.
Der Protestzug startete bei brütender Hitze an der Technischen Universität am Karlsplatz, führte über Friedrichstraße und Ringstraße zur Uni Wien – und zog von dort weiter zum Wissenschaftsministerium und zum Bundeskanzleramt am Ballhausplatz. Der ÖAMTC warnte vor teils stundenlangen Sperren auf der Ringstraße, rund um Karls- und Schwarzenbergplatz sowie auf zahlreichen Zufahrtsstraßen.

„Inakzeptabel" – Rektoren machen Druck
Auf der Bühne vor der Uni Wien machten neben der ÖH-Spitze auch Rektoren unmissverständlich klar, was sie von den Regierungsplänen halten. Uni-Wien-Rektor Sebastian Schütze nannte das bisherige Angebot schlicht „inakzeptabel” und forderte „einen verlässlichen Finanzierungspfad”. Die Folgen wären sonst drastisch: Personalabbau, schlechtere Studienbedingungen, weniger Forschungsleistung.
Hintergrund der Proteste ist das geplante Doppelbudget ab 2028: Das Wissenschaftsministerium muss demnach 190 Millionen Euro kürzen, zusätzlich sollen die Medizinunis künftig die Gehälter der Ärzte an Unikliniken selbst tragen – bisher übernahm das der Staat. Die Unirektoren fordern ein Plus von 1,5 Milliarden auf insgesamt 18 Milliarden Euro.

Stimmung friedlich – mit Ausnahmen
Die Stimmung war überwiegend geordnet. Zwischendurch skandierten Studierende unter dem Schwenken von Palästina-Flaggen auch anti-israelische Parolen. Auf Schildern war von „Sparen bis zur Erkenntnislücke” und „dumb cuts” zu lesen.
Die ÖH kündigte an, den Druck weiter zu erhöhen – sollte die Bundesregierung kein klares Bekenntnis zur Universitätsfinanzierung abgeben. Bereits am Donnerstag geht der Protest in die Bundesländer: In Graz, Linz, Salzburg und Klagenfurt sind weitere Kundgebungen geplant.

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