Es ist ein Skandal, der das gesamte UN-Hilfswerk UNRWA erschüttert. Das Büro des Generalinspektors der US-Agentur für internationale Entwicklung (USAID) hat 101 weitere UNRWA-Mitarbeiter für eine Suspendierung oder einen Ausschluss von US-Steuergeldern vorgeschlagen – wegen ihrer Beteiligung am Hamas-Terroranschlag vom 7. Oktober 2023 oder ihrer Zugehörigkeit zu den al-Qassam-Brigaden, dem militärischen Flügel der Hamas. Beim Anschlag wurden in Israel 1.200 Menschen getötet, darunter 46 US-Bürger. Bisher wurden insgesamt 108 Personen suspendiert oder ausgeschlossen – sie erhalten in den nächsten zehn Jahren keine US-Auslandshilfe mehr. Parallel läuft eine strafrechtliche Bundesuntersuchung, berichtete die New York Post.

Schulleiter als Hamas-Kommandeure, Lehrer mit Panzerabwehrraketen

Die Ermittlungsergebnisse sind erschütternd. Unter den beschuldigten UNRWA-Mitarbeitern befanden sich laut USAID-Bericht „Schulleiter, Lehrer, Sicherheitspersonal, Betreuer, psychosoziale Berater und medizinisches Fachpersonal.”

Ein stellvertretender Schulleiter fungierte gleichzeitig als stellvertretender Kommandeur der al-Qassam-Brigaden, ein weiterer war Gruppenführer in einer Brigade in Khan Yunis. Fünf Lehrer dienten gleichzeitig als Militär- oder Geheimdienstoffiziere der Hamas. Einer von ihnen transportierte während des Massakers sogar Panzerabwehrraketen. Andere Schulleiter ermöglichten der Hamas die Kommunikation oder erlaubten den Bau von „Panzerabwehrstellungen” und Tunneln unter den Schulgebäuden.

1.500 Mitarbeiter unter Verdacht – Trump stoppte Finanzierung

Die Ermittlungen sind noch lange nicht abgeschlossen. Laut Washington Free Beacon werden insgesamt 1.500 UNRWA-Mitarbeiter überprüft – ein hochrangiger Beamter des US-Außenministeriums bestätigte diese Zahl.

Bereits im Februar 2025 hatte Präsident Trump per Durchführungsverordnung die US-Finanzierung für die UNRWA eingestellt. Senator Tom Cotton und 24 republikanische Senatoren forderten zuletzt die vollständige Auflösung der Organisation und ihre Streichung aus dem UN-Haushalt. Im UN-Jahresbudget sind derzeit noch rund 70 Millionen Dollar für die UNRWA vorgesehen – internationale Geber überwiesen 2025 sogar 839 Millionen Dollar.

USAID: „Hilfe darf nicht in Hände der Hamas fallen"

Das USAID-Büro des Generalinspektors lässt keinen Zweifel an seiner Priorität: „Es bleibt die vorrangige Ermittlungsaufgabe, sicherzustellen, dass die von den USA finanzierte humanitäre Hilfe in Gaza nicht in die Hände der Hamas und anderer ausländischer Terrororganisationen fällt.” Frühere Untersuchungen hatten bereits ergeben, dass Gelder der UNRWA Gefahr liefen, an Terrorgruppen umgeleitet zu werden. Der aktuelle Bericht liefert nun den Beweis: Die Unterwanderung der UNRWA durch Hamas-Mitglieder war offenbar systematisch.