Schlupfloch ermöglichte Umgehung der Sanktionen
Nach Einschätzung von Branchenexperten nutzten zahlreiche chinesische Unternehmen bislang Tochtergesellschaften in Drittstaaten, um an die begehrten Chips zu gelangen. Besonders Standorte in Südostasien sollen dabei eine wichtige Rolle gespielt haben. Ein Insider geht davon aus, dass auf diesem Weg Hunderttausende Hochleistungschips an chinesische KI-Unternehmen geliefert worden sein könnten. Technologieexperten sprechen von einem erheblichen Problem für die Wirksamkeit der bisherigen Exportkontrollen.
Das US-Handelsministerium teilte mit, dass die Exportauflagen künftig nicht nur für Lieferungen direkt nach China gelten. Auch Unternehmen mit Hauptsitz oder Muttergesellschaft in China benötigen künftig eine spezielle Lizenz für den Erwerb moderner KI-Chips – selbst dann, wenn die Bestellung über Niederlassungen in anderen Ländern erfolgt. Von den Maßnahmen betroffen sind unter anderem die leistungsstärksten Prozessoren von Nvidia und AMD, die als Schlüsseltechnologie für die Entwicklung Künstlicher Intelligenz gelten, berichtet oe24.
Milliardenmarkt steht auf dem Spiel
Für den Chip-Giganten Nvidia haben die neuen Regeln erhebliche wirtschaftliche Bedeutung. Das Unternehmen erwirtschaftete früher Milliardenerlöse in China, bevor die politischen Spannungen zwischen Washington und Peking den Markt weitgehend verschlossen. Nvidia-Chef Jensen Huang schätzt das Potenzial des chinesischen KI-Marktes auf rund 50 Milliarden US-Dollar. Entsprechend groß ist das Interesse des Konzerns, dort wieder stärker Fuß zu fassen.
Trump bleibt gegenüber Peking auf Konfrontationskurs
Die neuen Maßnahmen gelten als weiteres Signal, dass Präsident Donald Trump trotz zuletzt freundlicherer Töne gegenüber Chinas Staatschef Xi Jinping in strategischen Fragen hart bleibt. Im globalen Wettlauf um Künstliche Intelligenz gelten moderne KI-Chips als entscheidender Faktor. Die USA wollen verhindern, dass chinesische Unternehmen Zugang zu Technologien erhalten, die sowohl wirtschaftlich als auch militärisch von großer Bedeutung sind.
Technologiestreit wird weiter verschärft
Mit der Schließung des Export-Schlupflochs verschärft sich der Technologiekonflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt weiter. Beobachter rechnen damit, dass China verstärkt auf die Entwicklung eigener Chiptechnologien setzen wird, während die USA ihre Kontrollen weiter ausbauen könnten. Damit entwickelt sich der Wettbewerb um Künstliche Intelligenz zunehmend zu einer geopolitischen Auseinandersetzung, bei der moderne Halbleiter zu einer strategischen Ressource geworden sind.

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