Für Empörung sorgte eine Aussage Sanders bei einer Pressekonferenz nach den Protesten. Mit den Worten, „Faschistinnen mit Presseausweis sind immer noch Faschistinnen“, reagierte der Sprecher auf Berichte über Angriffe auf Reporter während der Demonstrationen.
Kritiker werfen der Initiative vor, Gewalt gegen Medienschaffende damit zumindest indirekt zu rechtfertigen. Die Aussagen lösten parteiübergreifend Diskussionen über den Schutz der Pressefreiheit und den Umgang mit politischen Protesten aus, berichtet Apollo News.
Verbindung zur „Interventionistischen Linken“
Besondere Aufmerksamkeit erhält die Debatte durch Sanders frühere Rolle als Sprecher der „Interventionistischen Linken“ (IL). Die Organisation wird vom deutschen Bundesamt für Verfassungsschutz als linksextremistische Gruppierung eingestuft und beobachtet.
Nach Angaben des Verfassungsschutzes verfolgt die IL das Ziel, verschiedene linke und linksradikale Gruppen miteinander zu vernetzen. Dabei soll sie als Bindeglied zwischen autonomen Gruppen, klassischen Linksextremisten und gesellschaftlichen Bündnissen auftreten.
Verfassungsschutz beschreibt strategische Rolle
In seinem aktuellen Verfassungsschutzbericht bezeichnet die Behörde die IL als einen wichtigen Akteur innerhalb der linksextremistischen Szene. Demnach verzichte die Organisation aus strategischen Gründen zwar auf offene Gewaltaufrufe, distanziere sich jedoch auch nicht grundsätzlich von militanten Aktionsformen.
Zudem sieht der Verfassungsschutz das langfristige Ziel der Gruppierung in einer grundlegenden Überwindung des kapitalistischen Systems und des demokratischen Rechtsstaats durch einen revolutionären Wandel.
Die „Interventionistische Linke“ war in den vergangenen Jahren an verschiedenen Protestbewegungen beteiligt. Dazu zählen unter anderem die Demonstrationen rund um den G20-Gipfel 2017 in Hamburg sowie Klimaproteste der Bewegung „Ende Gelände“.
Auch in einem 2024 veröffentlichten Strategiepapier wurde die Beteiligung der Organisation an der Kampagne „Widersetzen“ ausdrücklich erwähnt. Darin wurde zur Teilnahme an Protesten gegen AfD-Parteitage aufgerufen.

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