Grundlage dafür ist die Erweiterung des bereits seit mehreren Jahren bestehenden Wahlmoduls „We should all be feminists“. Durch den Ausbau zu einem aufbauenden Zweiermodul erfüllt das Unterrichtsangebot nun die Voraussetzungen für eine spätere Matura.
Im Unterricht setzen sich die Schüler mit unterschiedlichen Aspekten feministischer Theorie und gesellschaftlicher Rollenbilder auseinander. Behandelt werden unter anderem Themen wie der weibliche Körper, toxische Männlichkeit, Beziehungsgewalt oder Catcalling. Zu den Aufgaben zählt etwa die Erstellung eines feministischen Alphabets mit Begriffen aus dem Themenfeld.
Erste Prüfungen ab 2027 erwartet
Die Lehrerin und Mitinitiatorin des Moduls, Anja Duschek, rechnet damit, dass bereits im Schuljahr 2027/28 der erste Schüler in diesem Themenbereich maturieren könnte. Gegenüber dem Kurier erklärte sie, dass die Voraussetzungen dafür nun geschaffen worden seien.
Unterricht als „Safe Space“
Nach Angaben der Lehrkräfte nutzen viele Schüler den Unterricht auch, um über persönliche Erfahrungen zu sprechen. Das Modul habe sich dadurch zu einem geschützten Raum für Austausch und Diskussion entwickelt. Die Schüler würden dabei erkennen, dass ähnliche Erfahrungen auch andere gemacht haben. Laut Duschek gehe es darum zu verstehen, dass solche Erlebnisse nicht nur individuelle Probleme seien, sondern mit gesellschaftlichen Strukturen zusammenhängen.
Auch in Wien bereits möglich
Mit dem Reithmanngymnasium ist die Tiroler Schule nicht die erste Bildungseinrichtung in Österreich mit einem solchen Angebot. Auch am Amerlinggymnasium in Wien besteht bereits seit mehreren Jahren die Möglichkeit, eine mündliche Matura im Themenbereich Feminismus abzulegen.

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