Doch nicht nur Mitarbeiter und Produktionsstandorte sind betroffen. Auch die Modellpalette des Konzerns könnte deutlich schrumpfen. Berichten zufolge könnten bis zu 50 Prozent der Modelle sowie ein Großteil der Ausstattungsvarianten gestrichen werden.

Mit rund neun Millionen verkauften Fahrzeugen pro Jahr zählt die Volkswagen-Gruppe mit Marken wie VW, Audi, Skoda, Seat, Cupra, Bentley und Lamborghini weiterhin zu den größten Autobauern der Welt. Doch die Zeiten des ungebremsten Wachstums sind vorbei.

Hohe Produktionskosten, Preisdruck aus Asien und die schwierige Transformation zum Elektrohersteller setzen den Konzern massiv unter Druck. Während Volkswagen 2023 noch mehr als 23 Milliarden Euro Gewinn erzielte, sank das Ergebnis im vergangenen Jahr auf rund 9,3 Milliarden Euro.

Blume sieht vor allem bei den internen Kosten Handlungsbedarf. Verwaltung, IT und weitere Gemeinkosten liegen laut Konzernangaben deutlich über dem Niveau vieler Konkurrenten.

Diese Modelle stehen auf der Streichliste

Die geplanten Einsparungen könnten zahlreiche bekannte Fahrzeuge treffen. Einige Modelle gelten bereits als besonders gefährdet.

VW Touareg: Das Ende des großen SUV?

Der Touareg gehört seit 2002 zum VW-Programm und war lange das Flaggschiff der Marke. Doch die Nachfrage ist deutlich gesunken. In Österreich wurden zuletzt nur wenige hundert Fahrzeuge pro Jahr zugelassen. Eine neue Generation soll nach aktuellem Stand nicht geplant sein.

VW ID.5: Elektro-SUV mit schwieriger Zukunft

Auch der vollelektrische ID.5 könnte dem Sparkurs zum Opfer fallen. Das sportlichere SUV-Coupé positioniert sich oberhalb des ID.4, konnte die Erwartungen bei den Kunden aber bislang nicht erfüllen.

T-Roc Cabriolet: Zu wenig Stückzahlen

Das offene T-Roc-Modell gilt als klassisches Nischenfahrzeug. Für den Konzern könnte die Produktion angesichts hoher Kosten und geringer Verkaufszahlen künftig nicht mehr wirtschaftlich sein.

VW Taigo: Zwischen den Segmenten gefangen

Der kompakte SUV Taigo könnte ebenfalls vor dem Aus stehen. Das Modell befindet sich zwischen T-Cross und T-Roc, bietet jedoch weder klare Vorteile als Familienauto noch eine direkte Verbindung zur Elektrostrategie des Konzerns.

VW Touran: Nach mehr als 20 Jahren Geschichte

Der beliebte Familien-Van Touran dürfte ebenfalls auslaufen. Das Interesse an klassischen Vans ist stark zurückgegangen, während Kunden zunehmend zu SUV-Modellen greifen. Die Produktion des letzten Modells ist bereits ausgelaufen.

Auch Audi-Modelle betroffen

Nicht nur die Marke VW muss sparen. Auch bei Audi könnten bekannte Namen verschwinden.

Audi A1: Kein Verbrenner-Nachfolger geplant

Der Premium-Kleinwagen A1 soll nicht weitergeführt werden. Stattdessen setzt Audi künftig stärker auf elektrische Einstiegsmodelle.

Audi Q2: Das kleine SUV vor dem Aus

Der auf dem A3 basierende Q2 passt offenbar nicht mehr zur künftigen Modellstrategie. Die hohen Anforderungen neuer Abgasnormen könnten eine Weiterproduktion unwirtschaftlich machen.

Audi A8: Ende einer Luxus-Ära

Auch die legendäre Oberklasse-Limousine A8 steht vor dem Abschied. Nach mehr als drei Jahrzehnten könnte die Produktion auslaufen. Bereits zuletzt wurde das Modell nicht mehr vollständig frei konfigurierbar angeboten.

Skoda und Seat ebenfalls betroffen

Auch innerhalb der Konzernmarken wird gestrichen. Der Skoda Scala könnte langfristig durch ein elektrifiziertes Modell ersetzt werden.

Bei Seat ist die Zukunft mehrerer Modelle wie Ibiza, Arona, Leon, Ateca und Tarraco ungewiss. Gleichzeitig gewinnt die Konzernschwester Cupra immer stärker an Bedeutung. Die sportliche Marke verkauft inzwischen fast genauso viele Fahrzeuge wie Seat – ein Zeichen für die neue Strategie des Konzerns.  Der Sparkurs zeigt: Volkswagen will seine Modellpalette deutlich schlanker und effizienter aufstellen. Welche Fahrzeuge tatsächlich verschwinden, wird sich in den kommenden Jahren entscheiden. Sicher ist jedoch bereits jetzt: Die Ära mit einer riesigen Auswahl an Modellen und Varianten geht bei Europas größtem Autobauer zu Ende.