Er war aus der Elbe kommend auf seinem Weg in die Wismarer Bucht.

Geschoben vom Schubboot „Hans“, kam die sogenannte Barge in der Nacht auf Montag in Kiel an. Weitere technische Vorbereitungen an dem Lastkahn sollen in Wismar erfolgen. Der Abtransport des Wals war zuletzt frühestens für Dienstag geplant.

Große Hoffnung bei Ansteigen des Pegels

Seit dem Start der Rettungsbemühungen der privaten Initiative Mitte April kam es wiederholt zu Verzögerungen und Planänderungen – unter anderem, weil sich der Wal vor einer Woche, nachdem der Pegel angestiegen war, selbst in Bewegung gesetzt hatte, später aber wieder festsaß.

Seither hat das Team der Initiative dafür gesorgt, dass das Tier auch bei niedrigeren Wasserständen tiefer im Wasser liegt, und eine Rinne bis zur tieferen Fahrrinne gebaggert, gesaugt und gespült.

Durch diese mehr als 100 Meter lange Rinne soll der Wal in den absenkbaren Kahn gelotst werden. Das stählerne Becken soll dann von einem Schlepper in die mehr als 400 Kilometer entfernte Nordsee gezogen werden.

Politiker auf Tuchfühlung

Am Sonntag wurde erneut an der Rinne gearbeitet und der Zustand des Wals kontrolliert. Dabei ging auch Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) ins Wasser und nahm direkten Kontakt mit dem Wal auf. „Die Hoffnung stirbt zuletzt”, sagte er am Sonntag. „Ich hoffe, dass diese Mission dann irgendwann, möglichst bald, zu Ende ist – und zwar mit Erfolg.“

Der rund vier bis sechs Jahre alte Walbulle war Anfang März erstmals in der Ostsee gesichtet worden. Am 3. März tauchte er im Hafen von Wismar auf, später saß er weiter westlich vor Timmendorfer Strand (Schleswig-Holstein) fest. In den mehr als 50 Tagen seither lag er deutlich mehr als die Hälfte der Zeit in Flachwasserzonen. Experten vermuten, dass er diese gezielt immer wieder aufgesucht haben könnte, da er aufgrund seiner Erkrankung Ruhe suchte.