Sieben Jahre nach seinem Rückzug wollte Uber Eats heuer wieder in Österreich durchstarten – daraus wird nun offenbar nichts. Der US-Fahrdienstvermittler Uber stoppt laut einem Bericht der „Financial Times” den Großteil seiner geplanten Essensliefer-Expansion in Europa.
In fünf der sieben bisher anvisierten Länder will Uber seinen Lieferdienst demnach nicht mehr einführen – betroffen ist auch Österreich. Erst Mitte Februar hatte der Konzern den Markteintritt in Österreich, Norwegen, Griechenland, Dänemark, Finnland, Tschechien und Rumänien angekündigt. In Finnland und Dänemark ist der Start bereits erfolgt – gegenüber der „FT” begründete Uber den Rückzieher sogar mit dem „enormen Erfolg” dieser beiden Markteinführungen: Man wolle sich nun auf jene Märkte konzentrieren, in denen Uber Eats bereits aktiv ist.
Übernahmepoker um Delivery Hero
Der eigentliche Hintergrund ist freilich ein anderer: die angestrebte Übernahme des deutschen Konkurrenten Delivery Hero. Ende Mai boten die Amerikaner 33 Euro je Aktie, später hieß es, sie seien zu 38 Euro bereit – vielen Anteilseignern ist auch das zu wenig. Zuletzt hielt Uber direkt und über Derivate bereits rund 37 Prozent an dem Berliner Konzern, wie die „Börsen-Zeitung” berichtet.
Damit schließt sich der Kreis: Delivery Hero ist in mehreren der Länder, in die Uber Eats vorstoßen wollte, längst selbst aktiv – in Österreich mit der Marke Foodora. Statt teuer gegen den eigenen Übernahmekandidaten anzutreten, hält sich Uber nun zurück.
Ob und wann Uber Eats doch noch nach Österreich zurückkehrt, dürfte damit vor allem vom Ausgang des Übernahmepokers um Delivery Hero abhängen.

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