An der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) sorgt eine Vorlesung über „Trans-Identität“ für heftige Kontroversen. Noch bevor die Lehrveranstaltung überhaupt stattgefunden hat, verlangen studentische linke Gruppen die Absetzung der Vorlesung – und sogar die Entlassung der Professorin (der

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Die Demonstranten meinten am Montag in einem Instagram-Beitrag, die Aussagen der Lehrenden seien „menschenfeindlich“ und „wissenschaftlich falsch“. Dabei hat die besagte Vorlesung zu dem Zeitpunkt noch gar nicht stattgefunden.

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100 bis 150 Demonstranten kamen

Die Entwicklungspsychologin hat am Dienstagvormittag im Rahmen ihrer Lehrveranstaltung einen Vortrag mit dem Titel „Entwicklung von Trans-Identität“ halten. Wie die Welt berichtet, lehrt die Wissenschaftlerin bereits seit 2007 an der HHU. Zuvor forschte und unterrichtete sie fast zwei Jahrzehnte an renommierten Universitäten in den USA.

Professorin sprach in interner E-Mail von „Trans-Ideologie“

Laut Welt-Informationen kamen am Dienstagvormittag zwischen 100 bis 150 Demonstranten vor der Uni zusammen. Über den genauen Inhalt der Vorlesung ist bislang nichts bekannt. Der Grund für die Aufregung bei den linken und sozialistischen Verbänden: Laut einem Sprecher der HHU sei eine interne E-Mail der Professorin an die Öffentlichkeit gelangt, in der sie zu der Vorlesung einlädt und dort von „Trans-Ideologie“ spricht.

Weiters soll sie in der E-Mail, die nur an bestimmte Personen verschickt wurde, gesagt haben, dass die „Trans-Ideologie gefährlich für die Entwicklung von Kindern“ sei. Das trieb die Linken auf die Barrikaden. Der Sprecher meint, dass die Psychologie-Professorin in ihrer langjährigen Tätigkeit an der Uni noch nie transfeindlich aufgefallen sei.

Rektorin: Entlassung sei „unverhältnismäßig“

Die Rektorin der HHU, Anja Steinbeck, sagt am Dienstag gegenüber der Welt, das bisher nicht bekannt sei, dass in der Vorlesung diskriminierende Aussagen gegenüber Trans-Menschen gefallen seien. „Ich kann nachvollziehen, dass Betroffene Probleme haben mit dem Wort ‚Trans-Ideologie‘“, sagt Steinbeck. Sie fügt hinzu: „Die geforderten Konsequenzen – Campus-Verbot, Entlassung – waren aus Sicht der Hochschulleitung allerdings unverhältnismäßig.“ Man wolle jetzt abwarten, was von der besagten Vorlesung berichtet wird.

„An Universität herrscht Wissenschaftsfreiheit“

Die Rektorin stellt klar: Es sei falsch, eine solche Vorlesung verbieten zu wollen. „Wir sind eine Universität und an einer Universität herrscht nun mal Forschungs- und Wissenschaftsfreiheit. Dazu gehört, dass man Ergebnisse veröffentlichen darf, auch wenn diese kontrovers sind und vielleicht auch gesellschaftlichen Überzeugungen widersprechen. Es kann auch sein, dass Forschungsergebnisse belastend oder verletzend empfunden werden.“ Solange der „wissenschaftliche Methoden“ eingehalten werden, müsse man Ergebnisse akzeptieren.

Netzwerk Wissenschaftsfreiheit schlägt zurück

Scharfe Kritik kommt hingegen vom „Netzwerk Wissenschaftsfreiheit“. Auf der Plattform X erklärte die Organisation, das Rektorat müsse sich klar gegen Angriffe auf die Wissenschaftsfreiheit stellen. Statt über ein Campusverbot für die Professorin nachzudenken, solle ein solches „für die Angreifer“ geprüft werden – zumindest für den Tag der Vorlesung.

Der Fall weckt Erinnerungen an die Biologin Marie-Luise Vollbrecht. Deren Vortrag über die Zweigeschlechtlichkeit war 2022 nach Protesten an der Berliner Humboldt-Universität zunächst abgesagt worden und hatte bundesweit eine Debatte über Wissenschaftsfreiheit und sogenannte Cancel Culture ausgelöst.

Ob sich das Rektorat der Heinrich-Heine-Universität diesmal öffentlich hinter die Professorin stellt, ist bislang offen.