Es ist eine spektakuläre Kehrtwende: Was im Jänner 2025 als großer Rassismus-Skandal Schlagzeilen machte, endet nun mit einem happigen Strafbefehl – gegen die vermeintlich Angegriffene selbst. Das Amtsgericht Stuttgart hat gegen die Linken-Bundestagsabgeordnete Gökay Akbulut einen Strafbefehl über 51.600 Euro erlassen.
Die Politikerin hatte behauptet, in einem Intercity der Deutschen Bahn von anderen Fahrgästen angegriffen und rassistisch beleidigt worden zu sein. Doch laut Gericht war es genau umgekehrt.
Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft bestrafte das Gericht die in der Türkei geborene Politikerin laut SWR unter anderem wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung. Der Strafbefehl beläuft sich auf 120 Tagessätze zu je 430 Euro. Da man in Deutschland ab 90 Tagessätzen als vorbestraft gilt, sitzt im Bundestag künftig eine vorbestrafte Linken-Politikerin – sobald der Strafbefehl rechtskräftig wird.
Weinflasche nach zwei Passagieren geworfen
Laut Justiz war Akbulut, die seit 2017 im Bundestag sitzt, mit einigen Fahrgästen in Streit geraten, filmte sie mit dem Handy und warf schließlich eine Weinflasche nach zwei Passagieren – die diese allerdings verfehlte.
Brisant: Dass an Akbuluts Version massive Zweifel bestehen, war bereits früh bekannt. Die Junge Freiheit hatte schon Ende Jänner 2025, wenige Tage nach dem Vorfall, über die widersprüchliche Darstellung berichtet. Unter Berufung auf einen Bericht der Stuttgarter Zeitung schilderte das Blatt, dass sich Akbulut gegenüber den Fußballfans des VfB Stuttgart nach Augenzeugenaussagen selbst „fast schon aggressiv und provozierend” verhalten habe. Mitreisende hätten von einer Wurfbewegung berichtet, zwei Personen gaben demnach an, die Abgeordnete habe selbst ein leeres Rotweinfläschchen in Richtung der Fans geworfen, woraufhin ein Gegenstand zurückflog. Auf einige Fahrgäste soll die 42-Jährige alkoholisiert gewirkt haben.
„Gift" der AfD – die politische Vorverurteilung
Akbulut hatte damals erklärt, sie sei „von Rechtsextremisten beleidigt und angegriffen” worden, in einem mit Fußballfans gefüllten Zug „wiederholt sexuell belästigt und rassistisch beleidigt” worden. Der Linken-Kreisverband Mannheim hatte umgehend behauptet, der Vorfall zeige, „wie weit das Gift, das die AfD in die Bevölkerung streut, zu wirken beginnt”.
Politisch bleiben die Lüge über den Hergang wie auch der Strafbefehl bisher folgenlos. Akbulut darf weiter den Wahlkreis Mannheim vertreten. Ihr Mannheimer Wahlkreisbüro bestätigte, dass die Abgeordnete bereits Einspruch erhoben habe – allerdings nur gegen die Höhe des Tagessatzes. Rechtskräftig ist die Entscheidung damit noch nicht.

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