Der Streit zwischen dem ORF und seinem ehemaligen Generaldirektor Roland Weißmann könnte sich zu einem langwierigen Gerichtsmarathon entwickeln. Im Zentrum steht dabei nicht nur die mögliche Klage selbst, sondern auch die Frage, wie lange sich das Verfahren ziehen könnte. In einem „Krone“-Interview wurde zudem erstmals die mögliche finanzielle Dimension konkretisiert.

Demnach könnten im Falle eines Prozesserfolgs bis zu drei Millionen Euro im Raum stehen. Grundlage wären entgangene Gehälter bis zum regulären Pensionsantritt sowie zusätzliche Ansprüche. Weißmann ist erst 58 Jahre alt – entsprechend hoch fällt die potenzielle Forderung aus.

Keine sexuelle Belästigung festgestellt

Damit wird die Causa, die für den ORF ohnehin bereits ein großes Fiasko darstellt, noch brisanter. Besonders, weil die interne Compliance-Prüfung laut Bericht keine sexuelle Belästigung feststellen konnte. Umso mehr erscheint es nachvollziehbar, dass Weißmann rechtliche Schritte prüft (exxpress berichtete).

Arbeitsrechtsexperten sehen durchaus Chancen für den Ex-ORF-Chef. Kritik gibt es vor allem an der Vorgangsweise rund um die Kündigung. Die erhobenen Vorwürfe seien rechtlich schwer einzuordnen und im internen Bericht nicht entsprechend belegt.

Damit zeichnet sich ein komplizierter Rechtsstreit ab. Verfahren vor dem Arbeits- und Sozialgericht können sich über Monate oder sogar Jahre hinziehen – insbesondere dann, wenn mehrere Instanzen durchlaufen werden.
Für den ORF bedeutet das nicht nur ein mögliches finanzielles Risiko, sondern auch eine langfristige Belastung für das Image. Jeder Verhandlungstermin würde den Fall erneut in die Öffentlichkeit bringen.

Fest steht: Der Fall Weißmann ist noch lange nicht abgeschlossen – und könnte den Sender noch über Jahre beschäftigen.