Das haben Neurowissenschafter am Institute of Science and Technology Austria (ISTA) in Klosterneuburg (NÖ) herausgefunden und die Ergebnisse im Fachjournal Nature Communications veröffentlicht.

Ausgangsbasis des Teams um Peter Jonas war die Frage, wie sich dieses Nervennetzwerk im Hippocampus, der an Gedächtnisbildung und räumlicher Navigation beteiligt ist, nach der Geburt entwickelt. Da es aus verknüpften Neuronen, die Erinnerungen speichern und abrufen, besteht, ist von Interesse, ob die Verbindungen zwischen diesen Zellen genetisch vorgegeben oder durch äußere Faktoren geformt werden.

Von dicht zu dünn

Erstautor Victor Vargas-Barroso hat dafür Mäuse in drei verschiedenen Entwicklungsstadien – nach der Geburt, jugendlich und erwachsen – untersucht. Ergebnis: Anfangs ist das Netzwerk sehr dicht, wobei die Verbindungen zufällig erscheinen. Mit zunehmendem Alter dünnt es sich aus, wird aber zugleich strukturierter und effizienter.

“Intuitiv würde man erwarten, dass ein Netzwerk mit der Zeit wächst und dichter wird. Hier sehen wir aber genau das Gegenteil”, wird Jonas in einer Aussendung zitiert. Möglicherweise erlaube ein anfangs weit verzweigtes Netzwerk den Nervenzellen, sich schnell miteinander zu verbinden und effizienter zu kommunizieren. Die spätere Entwicklung zu einem optimierten Netzwerk würde auf eine Veränderung der Gedächtnisfunktionen hindeuten.