In exxpress live wurde am Montag intensiv über Medienmacht, Eliten-Netzwerke und politische Deutungshoheit diskutiert. Mit dabei: FPÖ-Politikerin Dagmar Belakowitsch und Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier. Im Zentrum stand die Frage, ob bestimmte Medien gezielt Narrative für eine privilegierte Gruppe formen – und wer dabei außen vor bleibt.

„Das ist ein geschlossenes Milieu“

Heinzlmaier bringt die zentrale Kritik auf den Punkt: In Österreich gebe es eine „Teilöffentlichkeit, die alles weiß“, während der Großteil der Bevölkerung keinen Zugang zu entscheidenden Informationen habe.
Er schildert eine Situation, in der Journalisten und einzelne Medien bereits über Chats, Hintergründe und Details verfügen, diese aber nicht veröffentlicht werden – während gleichzeitig öffentlich darüber diskutiert wird. Für ihn ist das ein massives Ungleichgewicht:
Die einen hätten Zugriff auf Informationen, die anderen müssten sich mit Andeutungen zufriedengeben.
Besonders stößt ihm auf, dass bestimmte Namen immer wieder auftauchen, wenn es um exklusive Informationen geht. Seine Frage ist klar formuliert:
Wer entscheidet eigentlich, wer etwas wissen darf – und wer nicht?

„Ein System schützt sich selbst“

Belakowitsch geht noch einen Schritt weiter – und spricht offen von einem abgeschotteten Netzwerk innerhalb von Medien und Institutionen.
Sie sieht ein System, in dem sich bestimmte Akteure gegenseitig schützen und Informationen gezielt steuern. Einzelne Personen seien „Teil dieses Systems“ – und würden deshalb anders behandelt als andere.
Während manche Fälle sofort öffentlich breitgetreten würden, verschwänden andere plötzlich aus der Wahrnehmung. Für sie ist das kein Zufall, sondern Ausdruck von Machtstrukturen:
Wer dazugehört, wird geschützt – wer nicht, wird öffentlich gemacht.
Auch beim Thema Medien selbst wird die Kritik schärfer:
Belakowitsch wirft einzelnen Redaktionen vor, nicht neutral zu berichten, sondern Teil dieses Systems zu sein – mit direktem Zugang zu internen Informationen, die der breiten Öffentlichkeit vorenthalten bleiben.
Heinzlmaier ergänzt diese Sicht mit einer grundsätzlichen Diagnose:
Österreich bewege sich zunehmend in Richtung einer Zwei-Klassen-Öffentlichkeit – mit einer informierten Elite und einer Bevölkerung, die nur Bruchstücke erfährt.

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