Das bestätigte sie am Dienstag intern gegenüber ihrem Team. Als Motivation nannte die 56-Jährige ihre enge Verbundenheit mit dem Unternehmen: Sie kandidiere, „weil ich das Unternehmen liebe“. Wie Heute berichtete, soll sie sich die Zustimmung grüner, pinker und roter Stiftungsräte gesichert haben. Gleichzeitig gilt sie als gut mit der niederösterreichischen ÖVP vernetzt.

Erfahrung, aber auch Kritik

Die Magazinchefin bringt jahrzehntelange ORF-Erfahrung mit und wird intern als durchsetzungsstarke Managerin beschrieben. Ihre Bilanz ist jedoch nicht frei von Angriffsflächen: Unter ihrer Verantwortung geriet etwa der „Report“ nach personellen Veränderungen quotenmäßig unter Druck. Auch die inhaltliche Ausrichtung einzelner Formate stößt vor allem in der ÖVP auf Skepsis.

Während Totzauer nun offen kandidiert, gilt APA-Chef Clemens Pig weiterhin als prominenter Anwärter auf den Chefsessel am Küniglberg. Unterstützung erhielt er zuletzt indirekt von ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti. Laut APA erklärte Marchetti, der ORF brauche eine externe Persönlichkeit „unbelastet von Verstrickungen und Intrigen“. Pig sei „definitiv ein Profi“.

Diese politischen Wortmeldungen sorgen jedoch für Kritik. ORF-Stiftungsratsvorsitzender Heinz Lederer betonte die Unabhängigkeit des Gremiums und wies politische „Zurufe“ zurück. Die Entscheidung werde ausschließlich durch die 35 weisungsfreien Stiftungsräte getroffen.

Weitere Namen im Spiel

Neben Totzauer und Pig kursieren weitere Namen. Immer wieder genannt wird Puls-4-Gründer Markus Breitenecker. Auch der frühere HBO-Max-Manager Johannes Larcher soll hinter den Kulissen Unterstützung erhalten – unter anderem vom ehemaligen ORF-Intendanten Gerhard Zeiler.

Die Bewerbungsfrist endet am 28. Mai um Mitternacht. Am 8. Juni soll erstmals ein öffentliches Hearing der Kandidaten auf ORF 3 und ORF ON übertragen werden, die Wahl ist für den 11. Juni angesetzt. Die neue ORF-Spitze übernimmt mit 1. Jänner 2027 von Ingrid Thurnher, die nach rund 40 Jahren im Unternehmen ausscheidet.