Mit steigenden Temperaturen nimmt auch die Zahl der Wespen deutlich zu. Fachleute erwarten in diesem Jahr einen besonders intensiven Wespensommer. Entscheidend dafür seien die günstigen Bedingungen, die viele Wespenvölker bereits im Frühjahr vorgefunden haben.

Martin Lödl, Insektenexperte am Naturhistorischen Museum Wien, erklärte im Gespräch mit dem ORF, dass sich Wespenstaaten vor allem dann erfolgreich entwickeln können, wenn die Königinnen im Frühjahr bei stabilem Wetter ungestört ihre Nester gründen. Kommen anschließend heiße und trockene Sommermonate hinzu, steigt die Aktivität der Tiere zusätzlich deutlich an.

Ob sich die Prognose vollständig erfüllt, hängt allerdings auch vom weiteren Witterungsverlauf in den kommenden Wochen ab.

Ruhe bewahren statt hektisch reagieren

Gerade in den Sommermonaten sorgen Wespen an Grillplätzen, in Gastgärten oder beim Picknick häufig für Unruhe. Viele Menschen reagieren reflexartig mit hektischen Bewegungen – genau das sollte jedoch vermieden werden.

Nach Einschätzung von Experten fliegen Wespen Menschen meist lediglich an, um nach möglichen Nahrungsquellen zu suchen. Ruhiges Verhalten und langsame Abwehrbewegungen reichen in den meisten Fällen aus, damit die Tiere von selbst wieder weiterfliegen.

Neue invasive Hornisse setzt Honigbienen zu

Parallel zum erwarteten „Wespenboom‟ bereitet Wissenschaftlern eine weitere Entwicklung Sorgen. Die Ausbreitung invasiver Arten. Mit der Asiatischen Hornisse breitet sich in Österreich erstmals eine invasive Art aus, die vor allem für Honigbienen zur ernsthaften Gefahr werden könnte.

Medienberichten zufolge, wurden Ende Juni in Lustenau in Vorarlberg erstmals zwei Primärnester der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) nachgewiesen. Der Fund gilt als Meilenstein, da sich die ursprünglich aus Asien stammende Hornissenart seit ihrer Einschleppung nach Europa im Jahr 2004 kontinuierlich ausbreitet.

Die Asiatische Hornisse jagt bevorzugt Honigbienen vor deren Bienenstöcken und kann ganze Bienenvölker erheblich schwächen. Da diese eine zentrale Rolle für Landwirtschaft und Ökosysteme spielen, beobachten Behörden und Wissenschaftler die weitere Ausbreitung mit großer Aufmerksamkeit.

Um neue Nester möglichst früh zu entdecken, setzen Fachleute auf ein flächendeckendes Monitoring. Besonders Imker werden aufgerufen, ihre Bienenstände während der Sommer- und Herbstmonate genau zu beobachten und verdächtige Sichtungen umgehend zu melden.