Bei Volkswagen wird über tiefgreifende Einschnitte spekuliert. Medienberichten zufolge könnten mehrere Werke geschlossen und zahlreiche Arbeitsplätze abgebaut werden. Auch Mercedes-Benz reagiert auf den rückläufigen Gewinn mit einem umfassenden Sparprogramm, während Stellantis zuletzt einen hohen Verlust verkraften musste.

Von dieser Entwicklung wären auch zahlreiche österreichische Zulieferbetriebe betroffen, die eng mit den großen europäischen Herstellern zusammenarbeiten

Warum Europas Hersteller unter Druck stehen

Als wesentliche Ursachen gelten mehrere Faktoren. Einerseits sorgen politische Unsicherheiten rund um Elektromobilität, Förderprogramme und Klimaziele für Zurückhaltung bei Käufern und Unternehmen. Immer wieder geänderte Rahmenbedingungen erschweren langfristige Investitionen.

Hinzu kommen hohe Produktionskosten in Europa. Steigende Energiepreise, hohe Lohnnebenkosten und zunehmende Bürokratie belasten die Wettbewerbsfähigkeit vieler Standorte.

China baut seinen Vorsprung aus

Während Europa mit strukturellen Problemen kämpft, investieren chinesische Hersteller massiv in Elektromobilität, Batterietechnologie und digitale Fahrzeugplattformen. Nach Einschätzung vieler Branchenexperten verfügen Unternehmen aus China inzwischen über deutliche Kostenvorteile und technologische Stärken – insbesondere bei Elektroautos.

Zudem bauen chinesische Konzerne ihre Produktion zunehmend direkt in Europa auf, um Handelshemmnisse zu umgehen und näher an den europäischen Markt zu rücken.

Der deutsche Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer sieht dennoch Chancen für die europäische Industrie. Statt auf Abschottung zu setzen, plädiert er für eine stärkere Zusammenarbeit mit chinesischen Technologieunternehmen.

Beispiele dafür gibt es bereits: Volkswagen arbeitet in China mit dem Hersteller XPeng zusammen, während Stellantis auf eine Partnerschaft mit Leapmotor setzt. Solche Kooperationen sollen helfen, Entwicklungskosten zu senken und den technologischen Rückstand aufzuholen.