Sie ist eines der bekanntesten Gesichter der aufgelösten Klimaschutzbewegung „Letzte Generation”. Jetzt sitzt Anja Windl – auf bekannt als “Klimashakira”, 29, erneut auf der Anklagebank des Wiener Landesgerichts für Strafsachen – und wenige Tage vor dem Prozesstermin hat sie auf Instagram Worte gefunden, die unter die Haut gehen.

„Wenn’s weniger als fünf Mal am Tag war, war’s ein ‚guter’ Tag”, schreibt sie über ihre Tränen. „Alles fühlt sich nach einem einzigen Alptraum an.” Ein Aufschrei, der in seiner Offenheit erschüttert – und der zeigt, was jahrelanger Aktivismus, Gerichtsverfahren und Gefängnisaufenthalte mit einem Menschen machen können.

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Mammutprozess geht ins Finale

Am Dienstagvormittag ist der Großprozess der Staatsanwaltschaft Wien gegen frühere Unterstützer der „Letzten Generation” ins Finale gegangen. Insgesamt 47 Personen sind angeklagt, Dutzende Geldstrafen wurden bereits verhängt. Im Fokus steht unter anderem eine Blockade auf der Südautobahn A2 im November 2023 – sowie eine Aktion vor der ÖVP-Parteizentrale in der Lichtenfelsgasse im Jänner 2025.

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Die Blockade der Südautobahn A2 im November 2023 – bei der Aktivisten ihre Hände mit Superkleber und Quarzsand auf der Fahrbahn festklebten und die Berufsfeuerwehr zum Einsatz zwangen – sowie eine Aktion vor der ÖVP-Parteizentrale in der Lichtenfelsgasse im Jänner 2025, bei der Windl die Fassade mit Hundekot beschmierte. Der Anlass: die laufenden Koalitionsverhandlungen zwischen ÖVP und FPÖ. Der Vorwurf: schwere Sachbeschädigung. Bei einer Verurteilung drohen bis zu zwei Jahre Haft.

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Ein langer Weg durch die Instanzen

Für Windl ist es nicht der erste Gerichtstermin – und auch nicht der erste Gefängnisaufenthalt. 2024 verbüßte sie eine Ersatzfreiheitsstrafe, weil sie eine Geldstrafe nicht bezahlen konnte. Im März 2025 wurde schließlich ein Aufenthaltsverbot gegen die gebürtige Bayerin verhängt, gegen das sie Beschwerde einlegte.
Der Großprozess gegen insgesamt 47 ehemalige Aktivisten der „Letzten Generation” läuft seit Monaten. Dutzende Geldstrafen wurden bereits verhängt, die Urteile sind überwiegend nicht rechtskräftig.

Wenige Tage vor dem Prozess meldete sich Windl auf Instagram zu Wort – mit einem langen Post über Erschöpfung, Tränen und psychische Belastung durch die Verfahren. Die „Letzte Generation” existiert nicht mehr. Was bleibt, sind die Kosten, die ihr Protest anderen verursacht hat – und die Verfahren, die das nun aufarbeiten.